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Unruhe beim HSV – wo die "Luschen hängenbleiben"

HSV-Investor Klaus-Michael Kühne (80)
HSV-Investor Klaus-Michael Kühne (80) FOTO: dpa
Hamburg. Vor dem Duell der im Pokal blamierten Bundesligisten HSV und FC Augsburg herrscht in Hamburg eine aufgeheizte Stimmung. In einem Sky-Interview hat HSV-Investor Klaus-Michael Kühne erst Trainer Markus Gisdol, dann die Vereinsspitze und zuletzt Sportchef Jens Todt attackiert. dpa/jam

Im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" legte er nach. Kühne kritisierte den Millionen-Transfer von Pierre-Michel Lasogga als "Flop des Jahrhunderts" und rügte die Personalpolitik allgemein: "Der HSV ist ein Phänomen, weil die Luschen immer hier hängenbleiben."

Damit herrscht schon vor dem ersten Anstoß im Volksparkstadion gewaltige Unruhe bei dem seit Jahren gegen den Abstieg kämpfenden und zudem klammen Nordclub. Der kann sich nur bedingt wehren gegen den Investor, der 17 Prozent der Anteile an der HSV Fußball-AG hält.

Dafür sprang Ex-Bundesliga-Profi Hans Sarpei mit deutlichen Worten in die Bresche. "Lieber Herr Kühne, Sie sind das Problem des HSV", schrieb Sarpei dem Milliardär in einem offenen Brief, den die "Bild"-Zeitung veröffentlichte. "Es ist eine Schande, wie es Ihnen Jahr für Jahr gelingt, vor dem Saisonstart den HSV-Trainer oder die Führung zu degradieren", betonte Ghanas Ex-Nationalspieler. Und riet dem 80-Jährigen dringend: "Ziehen Sie sich zurück."

Dies schließt Kühne selbst nicht aus. "Ich bin etwas frustriert und werde wesentlich zurückhaltender sein als bisher. Ich war einfach zu unkritisch", sagte er dem "Spiegel".

In einem Rundumschlag hatte Kühne für Aufsehen gesorgt. Der Investor knöpfte sich Trainer, Manager und Vereinsführung vor und erklärte, was sie zu tun hätten, aber stets unterließen. Er habe "einiges zu beanstanden": Gisdol müsse "mehr mit dem Team arbeiten", Bruchhagen sei "auf der falschen Chaussee" und Todt könne nicht gut verkaufen. Der größte HSV-Geldgeber Kühne hat nach eigenen Angaben bisher 50 bis 60 Millionen Euro in den Verein gesteckt.