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Unruhe als VfB-Geschäftsprinzip

Michael Reschke ist neuer Sportvorstand.
Michael Reschke ist neuer Sportvorstand. FOTO: img1
Stuttgart. Der neueste Einschlag beim VfB Stuttgart kam für das Umfeld des Fußball Bundesligisten äußerst unerwartet. Mit ein wenig Abstand passt er jedoch in das Bild eines Vereins, bei dem Unruhe und plötzliche Wendungen zum Alltag zu gehören scheinen. dpa/noc

Die Trennung von Sportvorstand Jan Schindelmeiser, der durch den vom FC Bayern geholten Michael Reschke ersetzt wird, setzt nur die Personalrochaden fort, die den Traditionsclub seit Jahren begleiten. Der Aufsteiger - am 13. August (18.30 Uhr) Pokalgegner von Energie Cottbus - scheint Unruhe zum Geschäftsprinzip erhoben zu haben. "Es gibt im Leben Chancen, die man einfach ergreifen und Herausforderungen, denen man sich stellen muss", sagte Reschke in einer Mitteilung des VfB. Vor seiner neuen Aufgabe habe er "großen Respekt".

Das sollte Reschke auch. Sein Vorgänger Schindelmeiser, der noch einen Vertrag bis 2019 hatte, hielt sich trotz des Aufstiegs und der von ihm mit angetriebenen Ausgliederung der Profis in eine AG nur ein gutes Jahr im Amt. Bei Robin Dutt waren es auch nur rund 16 Monate. Clubchef Wolfgang Dietrich, dessen Verhältnis zu Schindelmeiser offenbar schwer belastet war, führt den Verein seit rund zehn Monaten. Seine Vorgänger Bernd Wahler, der knapp drei Jahre im Amt war, und Gerd Mäuser (21 Monate) hatten nicht lange durchgehalten. Von den 13 Trainern in den zurückliegenden zehn Jahren ganz zu schweigen. Reschke gilt als Experte auf dem internationalen Transfermarkt und als versierter Verhandlungsführer. Bei Bayern wurde seine Arbeit als Technischer Direktor zuletzt offenbar kritischer bewertet. Dass sein Abgang mit der Verpflichtung von Hasan Salihamidzic als neuem Sportdirektor des FCB zu tun haben könnte, dementierte Reschke aber.