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Union hält beim BVB eisern dagegen

Machtwinner Roman Weidenfeller: Der BVB-Keeper parierte zwei Union-Elfer und sicherte seinem Team die nächste Pokalrunde.
Machtwinner Roman Weidenfeller: Der BVB-Keeper parierte zwei Union-Elfer und sicherte seinem Team die nächste Pokalrunde. FOTO: dpa
Dortmund. Dank Roman Weidenfeller hat sich Borussia Dortmund in einem Elfmeterkrimi gegen den aufstrebenden Zweitligisten Union Berlin durchgesetzt und in letzter Sekunde das Pokal-Achtelfinale erreicht. Heinz Büse

Nach einer zähen Vorstellung und einem 1:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung führte der Revierclub erst durch ein 3:0 im Elfmeterschießen eine Entscheidung herbei und darf nun weiter auf die fünfte Endspiel-Teilnahme innerhalb von sechs Jahren hoffen. Held des Abends war Keeper Weidenfeller, der zwei Elfmeter parierte. Allerdings bereitete der Außenseiter aus Berlin dem hohen Favoriten vor 79 037 Zuschauern ungeahnte Probleme, kurz vor Ende der regulären Spielzeit glich Steven Skrzybski (81. Minute) die Dortmunder Führung durch ein Eigentor von Michael Parensen (44.) aus.

BVB-Coach Thomas Tuchel machte seinem Ruf als Rotationsfreund abermals alle Ehre. Im Vergleich zum 3:3 in Ingolstadt vier Tage zuvor nahm er sechs Änderungen in der Startelf vor. Das war allerdings nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass zehn verletzte Profis fehlten. So kam der zuletzt von Tuchel verschmähte Nuri Sahin zu seinem ersten Saisoneinsatz. Darüber hinaus debütierte der 18 Jahre Jacob Bruun Larsen aus der U19-Mannschaft im Profi-Team.

Für die erste Aufregung sorgten jedoch einige Gäste-Fans bereits vor dem Spiel, als sie versuchten, ein Eingangstor des Stadions zu stürmen. Unbeeindruckt von diesen Störungen übernahm der Bundesligist nach Spielbeginn erwartungsgemäß die Regie. Frühe Chancen von Aubameyang-Ersatz Adrian Ramos (7./21.) und von Mario Götze (18.) blieben jedoch ungenutzt. Mit der Unterstützung von rund 10 000 Fans setzte allerdings auch der Zweitliga-Zweite aus Berlin Akzente im Spiel nach vorn, brachte sich aber durch ungenaue letzte Pässe um klare Chancen.

Mit zunehmender Spielzeit schien der Respekt des Außenseiters aus Berlin vor dem Gegner und der ungewohnt großen Kulisse zu schwinden. Dennoch bestimmte der BVB weiter das Geschehen. So bewahrte Union-Torhüter Daniel Mesenhöler sein Team mit zwei Glanzparaden bei Fernschüssen von Götze (37.) und Sahin (42.) zunächst vor einem Rückstand. Doch beim Eigentor durch Parensen war er machtlos. Kurz vor der Pause beförderte der Berliner Mittelfeldspieler den Ball nach Flanke von BVB-Debütant Larsen ins eigene Netz.

Nach Wiederanpfiff ließ es die Borussia zunächst gemächlicher angehen. Weil auch den Berlinern wenig einfiel, um die Dortmunder Abwehr ins Wanken zu bringen, hatten Torchancen Seltenheitswert. Einem Treffer des Berliner in der 70. Minute verweigerte der Schiedsrichter aufgrund einer Abseitsstellung zu recht die Anerkennung, doch neun Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit trafen die Hauptstädter doch noch.

In der Verlängerung spielten die Dortmunder zwar nach vorn, agierten aber zu einfallslos. So musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen.

Zum Thema:
Wegen eines Polizeieinsatzes hat sich der Anpfiff des DFB-Pokalspiels zwischen Borussia Dortmund und Union Berlin um knapp 15 Minuten verzögert. Es habe einen versuchten Sturm des Eingangs gegeben, danach sei der Einlass vorübergehend gestoppt worden, teilte der BVB mit. Die Dortmunder Polizei erklärte, dass Drehkreuze im Bereich der mittleren Nordtribüne beschädigt worden seien und bat die Fans vor Anpfiff um Geduld. Vier Polizeibeamte wurden am Dortmunder Hauptbahnhof durch den Wurf eines Knallkörpers verletzt.