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Union Berlin trotz Niederlage stolz

Fürs Album: Nach dem Spiel machte die Mannschaft ein Erinnerungsfoto vor dem Fanblock.
Fürs Album: Nach dem Spiel machte die Mannschaft ein Erinnerungsfoto vor dem Fanblock. FOTO: dpa
Berlin. Die große Überraschung verpasste "Eisern" Union knapp. Bei Vizemeister Borussia Dortmund verloren die Berliner erst im Elfmeterschießen. Die Kraft aus dem mitreißenden Pokalfight soll nun Fortuna Düsseldorf in der 2. Liga zu spüren bekommen. Matthias Koch und Heinz Büse / dpa/noc

Auch am Tag nach dem couragierten Auftritt in der Fußball-Hölle von Dortmund zeigten sich Spieler, Fans und Offizielle des 1. FC Union glücklich und traurig zugleich. "Was die Jungs im Moment leisten, ist großartig. Ich bin stolz, was sie gegen eine Top-Mannschaft aus Deutschland und Europa abgeliefert hat", sagte der Berliner Trainer Jens Keller.

120 Minuten hatten die "Eisernen" mutig an der Überraschung gearbeitet. Aber im Elfmeter duell verließen den Außenseiter die Abgeklärtheit und das Glück. Nach der spannenden Pokal-Nacht konnte Keller sogar schon wieder ein wenig scherzen: "Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen. Die Niederlage geht auf meine Kappe. Wir haben vergessen, Elfmeterschießen zu trainieren."

Den Schwung wollen die Spieler nun in die 2. Fußball-Bundesliga transportieren, in der sie nach vier Siegen in den jüngsten fünf Partien auf Aufstiegsrang zwei stehen. "Es war nicht glücklich, dass wir bis zum Elfmeterschießen gekommen sind", betonte Keller zum 1:1 nach 120 Minuten vor 79 037 Zuschauern.

Am Samstag (13 Uhr) kommt Fortuna Düsseldorf an die "Alte Försterei". Das Zauberwort heißt Rotation. In Dortmund hatte Keller mit Torwart Daniel Mesenhöler, Allrounder Michael Parensen sowie den Offensivspielern Simon Hedlund, Eroll Zejnullahu und Kenny Prince Redondo gleich fünf neue Akteure in die Anfangsformation gestellt.

Den von 12 000 mitgereisten Union-Fans umjubelten Ausgleich in einem der größten Spiele der Vereinsgeschichte hatte aber Joker Steven Skrzybski 60 Sekunden nach seiner Einwechslung besorgt. Das 1:0 des BVB durch ein Eigentor von Parensen (44.) war damit egalisiert. "Daran sieht man, wie stark wir sind. Wir können selbst gegen einen großen Gegner mit einem Rückstand umgehen", bemerkte Kapitän Felix Kroos.

Dem Mittelfeldmann versagten vom Punkt aber genauso die Nerven wie Stephan Fürstner und Philipp Hosiner - kein Unioner traf beim gellenden Pfeifkonzert auf das Tor der Dortmunder Stehplatztribüne. Beim Erinnerungsfoto der Mannschaft vor dem Gästeblock und auf der Rückfahrt mit der Bahn am Donnerstag dürfte der Stolz dann ein wenig gewachsen sein. "Wir haben keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Wir müssen den Blick wieder nach vorn richten. Wir wollen unsere Serie ausbauen", sagte Fürstner.

Im eigenen Stadion konnte Union saisonübergreifend seit 14 Begegnungen nicht bezwungen werden. Der Einsatz des gebürtigen Düsseldorfers Collin Quaner gegen die Fortuna ist wegen Oberschenkelproblemen allerdings fraglich.

Weniger erfreulich war die Vorstellung einiger Union-Fans. Ihr Versuch, die Einlasskontrollen des Stadions zu überwinden, machte einen Polizeieinsatz nötig. Auch die zweite Halbzeit begann später, weil im Gäste-Block Pyrotechnik gezündet wurde. Die Polizei meldete "drei Ingewahrsamnahmen, 28 Strafanzeigen, 15 leichtverletzte Fußballanhänger und sechs leichtverletzte Polizeibeamte".