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TV-Blackout – bei der Weltmeisterschaft droht "Total-Katastrophe"

Deutschlands Torhüter Carsten Lichtlein vor einer TV-Kamera. Hierzulande wird man den Keeper allerdings nicht im Fernsehen zu sehen bekommen.
Deutschlands Torhüter Carsten Lichtlein vor einer TV-Kamera. Hierzulande wird man den Keeper allerdings nicht im Fernsehen zu sehen bekommen. FOTO: dpa
Krefeld. TV-Bilder von der Handball-WM werden in Deutschland immer unwahrscheinlicher. Dabei zählt die DHB-Auswahl beim Turnier in Frankreich zu den Titelfavoriten. Was soll wenige Tage vor WM-Beginn jetzt noch helfen, um den Fans eine Übertragung zu retten? dpa/jam

Der TV-Blackout beim nächsten großen Auftritt der erfolgreichen Bad Boys ist kaum noch zu vermeiden. Eine Woche vor der am 11. Januar beginnenden Handball-WM in Frankreich rückt eine Lösung im Streit um die Fernsehrechte in immer weitere Ferne - Bewegtbilder vom deutschen Europameister wird es hierzulande wohl nicht geben. "Wir müssen jetzt halt versuchen, irgendwie eigenständig etwas auf die Beine zu stellen", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning - schloss ein Streaming über die verbandseigene Homepage aber aus. Wie diese Lösung nun aussehen könnte, ist unklar.

Zuvor hatte sich Hanning in der "Bild" bereits sehr besorgt über die aktuelle Situation geäußert. "Es läuft alles auf eine Total-Katastrophe hinaus", sagte er am Mittwoch. ARD, ZDF und Sky konnten sich mit dem katarischen Rechteinhaber beIN sports nicht einigen, auch der Streamingdienst DAZN und die Internetplattform Sportdeutschland.tv sind raus.

"Ich glaube, dass die Nationalmannschaft oder Handball allgemein es verdient hätten, in Deutschland im TV gezeigt zu werden", sagte Teammanager Oliver Roggisch. "Wir können nur Daumen drücken, es bleibt leider nichts anderes üblich."

Schon vor zwei Jahren war die Situation ähnlich chaotisch. Knapp drei Wochen vor dem ersten Spiel bei der WM in Katar war Sky jedoch eingesprungen, doch der Abonnement-Sender scheidet dieses Mal nach eigenen Angaben aus. "Sky hat sich mehrfach um die WM-Rechte bemüht. Allerdings wurden unsere Angebote stets vom Rechtegeber abgelehnt", sagte ein Sprecher. Die Verhandlungen mit beIN Sports scheinen äußerst schwierig, einige Anfragen von deutschen Interessenten wurden gar nicht erst beantwortet.

Die Kataris verlangen, das Satellitensignal für das Ausland zu verschlüsseln, weshalb ARD und ZDF schon frühzeitig aus den Verhandlungen ausgestiegen waren. Denn eine Verschlüsselung würde bedeuten, dass alle deutschen Haushalte, die die öffentlich-rechtlichen Sender über Satellit schauen, keine Spiele hätten sehen können. Sollte es nun überraschend doch noch eine Lösung geben, ist also klar, dass nur ein Pay-TV-Anbieter oder ein Internet-Portal die WM in Frankreich zeigen könnte.