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Turnier in Cottbus ist auch weiblich

Pauline Schäfer (19) sorgte bei der WM im November in Glasgow für eine Sensation: Sie holte Bronze am Schwebebalken.
Pauline Schäfer (19) sorgte bei der WM im November in Glasgow für eine Sensation: Sie holte Bronze am Schwebebalken. FOTO: dpa
Cottbus. Es geht los! Ab diesem Donnerstag steigt in der Cottbuser Lausitz-Arena das 40. Turnier der Meister. Zum Auftakt steht ab 16.30 Uhr der erste Teil der Qualifikation auf dem Programm – nicht nur bei den Herren! Mirjam Danke

Ist vom Turnen die Rede, denken viele in erster Linie an die atemberaubenden Flugelemente am Königsgerät Reck, an die Kraftpakete an den Ringen, die zu unglaublichen Halteelementen imstande sind - und vielleicht an Marcel Nguyens Tätowierungen, die auf einem toptrainierten Körper nun mal am besten zur Geltung kommen. Doch Turnen ist nicht nur männlich, auch wenn man das mit Konzen tration auf die Bundesliga-Riege des SC Cottbus gern mal vergisst.

Besonders in diesen Tagen des traditionsreichen Turniers der Meister ist Turnen auch weiblich. Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken, Boden - das sind die vier Geräte, an denen die Damen gefordert sind. Oksana Chusovitina, die "Turn-Oma", dürfte dabei vielen ein Begriff sein. Die Olympiasiegerin und mehrfache Welt- und Europameisterin wird im Juni 41 Jahre alt. In Cottbus ist sie an allen vier Geräten zu erleben.

Doch nicht nur der Deutsch-Usbekin sollte die Aufmerksamkeit in der Lausitz-Arena gelten. Neben ihr sind viele weitere Top-Athletinnen am Start, die mit akrobatischen Sprüngen auf dem Schwebebalken und waghalsigen Flugelementen am Stufenbarren zu begeistern wissen. Darunter sind auch die deutschen Turnerinnen. Pauline Schäfer, Sophie Scheder und Antonia Alicke werden in Cottbus zu erleben sein.

Die 17-jährige Antonia Alicke (Böckingen) mag vielen noch kein Begriff sein. Anders dürfte das bei den beiden 19-jährigen Chemnitzerinnen Pauline Schäfer und Sophie Scheder sein, für die es mit der deutschen Mannschaft ebenso wie für die Herren Mitte April in Rio noch um die Olympia-Qualifikation geht. Für sie ist das Turnier in Cottbus ein wichtiger Test. "Die Mädels werden bei uns eine sehr gute Rolle spielen", ist sich Turnierdirektor Mirko Wohlfahrt sicher. Und auch zuletzt haben Schäfer und Scheder bereits gezeigt, was sie drauf haben. Letztere gewann jüngst beim Weltcup in Stuttgart sensationell den Mehrkampf. Und Pauline Schäfer holte im November in Glasgow mit der Bronzemedaille das erste deutsche WM-Edelmetall am Schwebebalken seit 34 Jahren - und stahl den Herren die Show!

Sophie Scheder (19) ist am Stufenbarren eine Augenweide.
Sophie Scheder (19) ist am Stufenbarren eine Augenweide. FOTO: dpa