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| 17:19 Uhr

Turnen
Turnier der Meister: Viel Weltklasse - keine deutschen Medaillen

Turnier der Meister 2018 - erster Finaltag FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Am ersten Finaltag beim 43. Turnier der Meister ist das deutsche Turnteam ohne Medaille geblieben. Das Publikum in der prallgefüllten Lausitz-Arena sah dafür viele Weltklasse-Leistungen mit hohen Schwierigkeitsgraden. Von Jan Lehmann

Mit einer Weltklasse-Übung hat die Belgierin Nina Derwael am Samstag dem ersten Finaltag beim 43. Turnier der Meister in Cottbus die Krone aufgesetzt. Die amtierende Stufenbarren-Weltmeisterin siegte an ihrem Paradegerät mit 15.100 Punkten. In dem hochkarätigen Endkampf setzte sie sich unter anderem gegen die beiden Ex-Weltmeisterinnen Daria Spiridonova (Russland) und Fan Yilin (China) durch. Die Stuttgarterin Kim Bui wurde an diesem Gerät Siebte mit 14.033 Punkten. Sie sagte: „Ich habe meine Übung durchgebracht, darüber bin ich sehr froh. Die Qualität am Stufenbarren ist in diesem Jahr in Cottbus sehr hoch. Da konnte ich schon froh sein, überhaupt das Finale turnen zu dürfen.“

Weltmeisterin Nina Derwael aus Belgien überzeugte mit einer Weltklasse-Übung am Stufenbarren.
Weltmeisterin Nina Derwael aus Belgien überzeugte mit einer Weltklasse-Übung am Stufenbarren. FOTO: Frank Hammerschmidt

Das deutsche Turnteam blieb am ersten Finaltag ohne Medaillen. Am Boden verpassten Felix Remuta als Vierter (14.333 Punkte) und der ins Finale nachgerückte Marcel Nguyen als Fünfter (14.266 Punkte) knapp die Medaillenränge. Den Weltcup-Sieg holte dort Artem Dolgopyat aus Israel mit 14,800 Punkten.

Kim Bui landete auf Rang sieben, hat am Sonntag aber noch eine weitere Finalchance.
Kim Bui landete auf Rang sieben, hat am Sonntag aber noch eine weitere Finalchance. FOTO: Frank Hammerschmidt

Felix Remuta freute sich trotzdem über sein bisher bestes Weltcup-Ergebnis. Der 20-Jährige aus Unterhaching erklärte: „Ich bin mit meiner Übung zufrieden, sie war noch ein bisschen besser als in der Qualifikation. Ich bin froh, dass ich in diesem hochklassigen Starterfeld mithalten konnte – obwohl der Abstand zu den Medaillen schon noch zu erkennen ist.“

Am Pauschenpferd setzte Chih Lee aus Taiwan einen weiteren Glanzpunkt. Der 22-Jährige erreichte mit 15.508 Punkten den Höchstwert das Tages und holte Gold.

An den Ringen verpasste der Fast-Cottbuser Igor Radivilov (Ukraine) eine Medaille. Der Vorjahressieger, der in der Deutschen Turnliga seit einigen Jahren für den SC Cottbus startet, präsentierte eine starke Übung und erreichte 14.783 Punkte. Doch das reichte nicht: Es gewann der Chinese Yang Liu mit 15.200 Punkten.

Turn-Legende Oskana Chusovitina verpasste derweil eine Medaille bei ihrer 19.Turnier-Teilnahme. Die 43-jährige Usbekin, die 2020 in Tokio an ihren achten Olympischen Spielen teilnehmen will, landete am Sprung auf Rang 5. Den Sieg holte sich die Brasilianerin Rebeca Andrade, die von der russischen Turnlegende Valeri Ljukin trainiert wird. Der Coach hat seine Familie mit nach Cottbus gebracht, so ist auch die einstige Turnkönigin Nastia Ljukin in der Lausitz zu Gast. Sie versendet in den sozialen Netzwerken an ein Millionenpublikum herzliche Bilder aus Cottbus.

Als Tribünengast beobachtete auch der ehemalige Cottbuser Weltklasse-Turner Philipp Boy das Geschehen. Er berichtete: „Ich versuche es immer irgendwie möglich zu machen, zum Turnier zu kommen. Wenn ich die übervolle Halle sehe, dann bin ich sehr glücklich.“ Auch die ehemalige Hindernis-Europameisterin Antje Möldner-Schmidt vom LC Cottbus gehörte zu den Zuschauern. Sie will im kommenden Jahr mit neuem Trainer noch einmal angreifen.

Die Karten für alle Sitzplätze der Lausitz-Arena waren vergeben. Die knapp 2000 Zuschauer erlebten einen stimmungsvollen Nachmittag, gespickt mit Höchstleistungen.

Am Sonntag gehen die Finals beim Turnier der Meister in die zweite Runde. Dann hofft vor allem Lukas Dauser auf einen Podestplatz am Barren. Der 25-Jährige hatte die Qualifikation vor seinem Teamkollegen Marcel Nguyen gewonnen. Dauser sagte am Samstag: „Ich bin sehr zuversichtlich, weil ich weiß, dass ich meine Übung gut kann. Dennoch beginnt der Wettkampf morgen für alle bei Null.“ Motivierend sei es, dass er mit Nguyen ins Finale gehen kann: „So hat man den gemeinsamen Tagesablauf und kann sich gegenseitig pushen. Das hilft“, so Dauser. Ebenfalls im Finale für Deutschland am Start sind Kim Bui und Leah Grießer am Boden und Sophie Scheder am Schwebebalken.

FOTO: Frank Hammerschmidt
Turnier der Meister 2018 - erster Finaltag FOTO: Frank Hammerschmidt