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| 17:19 Uhr

Turnen
Weltmeisterin Schäfer kommt – Cottbus freut sich aufs Covergirl

Die goldene Übung: Pauline Schäfer holt bei den Turn-Weltmeisterschaften in Montral (Kanada) am Schwebebalken den Titel. Damit wird sie vom Sternchen zum Star.
Die goldene Übung: Pauline Schäfer holt bei den Turn-Weltmeisterschaften in Montral (Kanada) am Schwebebalken den Titel. Damit wird sie vom Sternchen zum Star. FOTO: Amy Sanderson / dpa
Cottbus. Die Chemnitzer Weltmeisterin Pauline Schäfer ist als Cover-Girl der Star beim Cottbuser Turnier der Meister. Die Nachfrage nach Tickets ist groß. Von Jan Lehmann

Mit ihren Plakaten zum Turnier der Meister haben Direktor Mirko Wohlfahrt und seine Mitstreiter schon oft ein gutes Händchen gehabt. Beispielsweise 2012, als der Cottbuser Philipp Boy und die Heidelbergerin Elisabeth Seitz die offiziellen Poster zierten. Beide sorgten für die Sahnehäubchen beim Cottbuser Traditionsturnier. Boy siegte am Boden, Seitz am Stufenbarren.

Dieses Mal kann man Wohlfahrt und Kollegen schon vor Turnierbeginn dazu gratulieren, dass sie mit ihrem Covergirl die richtige Wahl getroffen haben: Pauline Schäfer aus Chemnitz ist in stolzer Pose vor flammendem Hintergrund zu sehen. Der Glücksfall: Als diese Plakate bereits gedruckt waren, trat die 20-Jährige in Montreal im WM-Finale an den Schwebebalken. Mit einer tollen Kür gelang ihr das, was zuvor zuletzt der DDR-Turnerin Dörte Thümmler am Stufenbarren gelungen war – sie holte WM-Gold.

Nun kommt die Weltmeisterin, um die nach der Rückkehr aus Kanada ein kleiner medailler Hype entstanden war, nach Cottbus. Turnierdirektor Mirko Wohlfahrt betont: „Es ist eine große Wertschätzung für uns, dass Pauline jetzt auch mit diesem großen Titel bei uns antritt. Darüber sind wir froh und stolz.“ Schäfer war zuvor schon mehrmals in Cottbus gestartet und hatte beim ehemaligen Challenger-Turnier, das seit dem vergangenen Jahr zum Weltcup hochgestuft wurde, internationale Erfahrungen gesammelt.

Die gebürtige Saarbrückerin, die seit fünf Jahren in Chemnitz trainiert, gilt als Frau der Zukunft. Sie hat auf dem Schwebebalken sogar schon ihr eigenes Element, den „Schäfer-Salto“ kreiert und könnte die Anführerin der deutschen Frauen-Riege werden, die unter Bundestrainerin Ulla Koch einige Talente in ihren Reihen hat.

Das Turnier-Plakat wurde schon vor dem WM-Triumph gedruckt.
Das Turnier-Plakat wurde schon vor dem WM-Triumph gedruckt. FOTO: Turnier der Meister / TdM

Kaufen die Damen in der Nach-Hambüchen-Ära etwa den Herren den Schneid ab? Wohlfahrt will das noch nicht vollends beurteilen. Er betont: „Wenn man in die Weltspitze will, braucht man das gewisse Etwas. Fabian Hambüchen hatte das, genau wie unser Philipp Boy oder auch Marcel Nguyen.“ Jetzt sehe ich bei Lukas Dauser oder Andreas Bretschneider auch dieses Potenzial, allerdings müssen sie es auch im entscheidenden Augenblick ans Gerät bringen.“

So wie es Pauline Schäfer bei ihrem goldenen Augenblick in Montreal gelungen war. Vom Sternchen ist sie damit zum Star geworden – beim Treffen der Weltelite in Cottbus wird man auf sie schauen. Die Chemnitzerin ahnte es bereits kurz nach dem Erfolg und sagte: „„Das wird wohl ein paar Tage dauern, bis ich das realisiere.“ Nur knapp eine Woche nach ihrem famosen Auftritt steckten ihr die Strapazen noch sichtbar in den Knochen. Beim Bundesliga-Kampf in Heidenheim hatte die Chemnitzerin zuletzt an ihrem Paradegerät mit Unsicherheiten zu kämpfen und musste sogar einen Sturz hinnehmen. Kein Wunder: die 20-Jährige macht derzeit auch noch ihr Abitur an der Abendschule, der Unterricht geht bis 22 Uhr

Umso höher ist ihr WM-Triumph einzuschätzen. Turnierdirektor Mirko Wohlfahrt sagt: „Für den deutschen Turnsport ist diese Goldmedaille ein wichtiges Signal und ein Beweis dafür, was man mit harter, langer Arbeit erreichen kann.“

Und wer so etwas leistet, der ist dann auch absolut zu Recht das
Covergirl in Cottbus.