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| 12:42 Uhr

Radsport
Trotz Drama um Vogel: BDR-Team startet in Cottbus

Kristina Vogel hat sich am Dienstag beim Training in Cottbus schwer verletzt.
Kristina Vogel hat sich am Dienstag beim Training in Cottbus schwer verletzt. FOTO: Hammerschmidt Frank / Frank Hammerschmidt
Cottbus. Der Große Preis von Deutschland am Wochenende in Cottbus wird überschattet vom Sturz-Drama um Kristina Vogel. Trotz des weiterhin ungewissen Gesundheitszustandes der Olympiasiegerin werden nahezu alle Fahrer an den Start gehen. Von Frank Noack

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wird trotz des schweren Trainings-Unfalls von Kristina nahezu mit der kompletten Nationalmannschaft beim Großen Preis von Deutschland an den Start gehen. Das hat Kurzzeit-Bundestrainer Detlef Uibel am Donnerstag auf RUNDSCHAU-Nachfrage bestätigt. „Alle werden erst einmal in den Wettkampf einsteigen, vielleicht aber nur eine Disziplin fahren“, erklärt Uibel.

Die Wettkämpfe finden am Freitag und Samstag in Cottbus statt. Von den deutschen Spitzenfahrern hat sich lediglich der Berliner Robert Förstemann krankheitsbedingt abgemeldet.

Die Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin Kristina Vogel war am Dienstag beim Training schwer gestürzt. Bei der Kollision mit einem Nachwuchsfahrer aus den Niederlanden hatte die Erfurterin nach BDR-Angaben eine schwere Wirbelsäulenverletzung erlitten.

Die 27-Jährige musste sich im BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin einer Not-Operation unterziehen. „Diese OP ist gut verlaufen. Kristina wird weiterhin intensivmedizinisch betreut. Ihr Zustand ist stabil“, teilte der BDR mit.

Trotzdem stehen Uibel sowie die Sportler unter Schock und bangen um die deutsche Sprint-Frontfrau der vergangenen Jahre. Der Start beim Großen Preis ist deshalb auch Teil der Aufarbeitung der schlimmen Ereignisse. „Es ist ein Taubheitsgefühl im Kopf. Je länger man nachdenkt, umso schlimmer wird es“, berichtet der Bundestrainer im Gespräch mit der RUNDSCHAU. „Wir werden an den Start gehen und sehen, ob es funktioniert“, ergänzt der vierfache Weltmeister Maximilian Levy aus Cottbus, der als Ersthelfer bei Kristina Vogel an der Bahn war.

Für den 28. Großen Preis von Deutschland in Cottbus haben rund 130 Fahrer aus 13 Ländern gemeldet. „Alle Nationen wollen an den Start gehen. Es hat sich keine Mannschaft bei uns gemeldet, dass sie abreist“, erklärt Uibel.

In Abstimmung mit dem Bundestrainer sowie den Sportlern hatte der gastgebende RSC Cottbus am Mittwoch entschieden, dass der Große Preis wie geplant durchgeführt wird. „Wir sehen die Wettkämpfe als Chance für die Beteiligten, das Geschehen zu verarbeiten. Gleichzeitig haben wir aber auch für jeden Sportler Verständnis, der unter diesen Umständen nicht in der Lage ist, an den Start zu gehen“, begründete RSC-Präsident Bernd Kühner die Entscheidung.