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| 02:38 Uhr

Trauer und Wut im Radsport nach tödlichem Unfall

Antoine Demoitié ist nach einem Unfall mit einem Motorrad gestorben.
Antoine Demoitié ist nach einem Unfall mit einem Motorrad gestorben. FOTO: dpa
Berlin. Schlimme Tage für den Radsport: Ein Begleit-Motorrad rammt den gestürzten Radprofi Antoine Demoitié bei Gent-Wevelgem. Der Sprinter stirbt. Sein belgischer Landsmann Daan Myngheer wird nach einem Herzstillstand auf Korsika behandelt. dpa/sh

Der Unfalltod des 25 Jahre alten belgischen Profis Antoine Demoitié hat Trauer und auch Wut im Radsport ausgelöst. An einem für das radverrückte Land schwarzen Osterwochenende starb der Sprinter nach einer Kollision mit einem Begleitmotorrad beim Frühjahrs-Klassiker Gent-Wevelgem.

"Es fühlt sich unwirklich an zu lesen, dass Antoine Demoitié den gestrigen Unfall nicht überlebt hat", schrieb Deutschlands Sprint-Ass Marcel Kittel. Demoitié war bei dem Rennen am Sonntag mit einem Begleitmotorrad kollidiert. Er war wie vier andere Fahrer nach rund 150 Kilometern gestürzt, Medienberichten zufolge fuhr das Motorrad in die kleine Gruppe. Demoitié wurde am Kopf getroffen und starb in einem Krankenhaus in Lille. "Ich bin geschockt", meinte Ex-Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin.

Der spanische Superstar Alberto Contador forderte Konsequenzen. "Wir brauchen eine Kontrolle der Motorräder bei den Rennen", schrieb der 33-Jährige am Montag bei Twitter.

Demoitiés Tod wurde in der Nacht zum Montag von der Gendarmerie Nord-Pas-de-Calais bestätigt. Ermittlungen zum genauen Unfallhergang seien aufgenommen worden, sagte Gendarmerie-Sprecher Frédéric Evrard der Deutschen Presse-Agentur. Demoitié hatte unter anderem schwere Kopfverletzungen bei dem Unfall erlitten. Laut der französischen Sportzeitung "L'Équipe", die sich auf Aussagen von Augenzeugen berief, soll Demoitié nicht einmal Zeit gehabt haben aufzustehen, bevor das nachfolgende Begleitmotorrad in die kleine Gruppe krachte und ihn am Kopf traf. Die Zeitung "Het laatste nieuws" aus Belgien zitierte einen Zeugen, demzufolge der Motorradfahrer auszuweichen versuchte und dabei auf Demoitié stürzte.

Bereits am Samstag hatte die Nachricht vom Herzstillstand des 22 Jahren alten Belgiers Daan Myngheer für Bestürzung gesorgt. Auf Korsika befindet er sich weiterhin in einem sehr ernsten Zustand. Etwa 25 Kilometer vor dem Ziel des Rennens Critérium International hatte der Profi des französischen Zweitliga-Teams Roubaix ML nach Aussagen seiner Teamkollegen über Unwohlsein geklagt und sich aus einem abgeschlagenen Fahrerfeld zurückfallen lassen.

Als er schließlich anhielt, brach er zusammen und musste vom medizinischen Dienst reanimiert werden.