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Torhungrige Bayern "wollen nach Berlin"

Gleich achtmal konnten die Bayern um David Alaba (v.l.), Robert Lewandowski und Arturo Vidal zuletzt gegen den HSV jubeln. Folgt nun im Pokal gegen Schalke 04 das nächste Schützenfest?
Gleich achtmal konnten die Bayern um David Alaba (v.l.), Robert Lewandowski und Arturo Vidal zuletzt gegen den HSV jubeln. Folgt nun im Pokal gegen Schalke 04 das nächste Schützenfest? FOTO: dpa
München. Im Pokal-Viertelfinale geht es am Mittwoch gegen die Schalker. Die wollen "einen Nadelstich setzen und verteidigen, bis der Arzt kommt". Klaus Bergmann und Ulli Brünger

Fünf Treffer gegen Arsenal, acht gegen den Hamburger SV - lassen die nimmersatten Bayern nun Torfestival Nummer drei gegen Schalke folgen? Carlo Ancelotti hält von derartigen Hochrechnungen erwartungsgemäß nichts, auch wenn seine Fußballstars vollgepumpt mit Selbstvertrauen und der Lust auf noch mehr Tore in die Pokal-Kraftprobe am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ARD) mit dem Herausforderer aus Gelsenkirchen gehen.

Überheblichkeit bei seinem Team fürchtet der Trainer des FC Bayern jedenfalls nicht: "Nein, das ist ein Viertelfinale. Wir wollen nach Berlin fahren. Und Schalke ist eine gute Mannschaft", begründete der Italiener. An das nächste Schützenfest im eigenen Stadion glaubt der Titelverteidiger nicht. "Jedes Spiel 8:0 zu gewinnen geht nicht", sagte Robert Lewandowski. Dem Super-Torjäger würde auch ein knapper Erfolg genügen. "Egal wie, wir wollen in die nächste Runde, das ist unser Ziel", erklärte der Pole. "Das ist ein K.o.-Spiel, da gilt es weiterzukommen", ordnete Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge an.

Die vom Kräfteverschleiß der englischen Wochen gezeichneten Schalker wollen dem Favoriten einen großen Pokalkampf bieten. "Wir wollen über uns hinauswachsen", kündigte Trainer Markus Weinzierl am Dienstag an. Manager Christian Heidel hofft auf ein 2011-Revival: "Vor dem letzten Pokalsieg hat Schalke auch in München gewonnen." Beim 1:0 im Halbfinale vor sechs Jahren stand Manuel Neuer noch im Schalker Tor. Und der Spanier Raúl erzielte das Tor für das Team des damaligen Trainers Felix Magath. Ein neuerlicher Überraschungscoup ist geplant. Heidel erinnerte vor allem an das Duell um Bundesliga-Punkte vor knapp vier Wochen: "Wir müssen die Bilder vom 1:1 im Kopf haben."

Kompakt, mutig und gut organisiert erbeuteten die Königsblauen am 4. Februar einen Punkt in München. Für die Neuauflage lautet Heidels Matchplan: "Irgendwann müssen wir einen Nadelstich setzen und dann verteidigen, bis der Arzt kommt." Klingt simpel, ist es aber nicht.

Empfangen werden die Gäste mit Respekt. "Die Schalker sind gut drauf und haben ihre Leistungen gebracht in der letzten Zeit", bemerkte Neuer.