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| 10:36 Uhr

Zeitfahr-DM am Freitag in Spremberg
Tony Martin will den neunten Titel

 Der gebürtige Cottbus Tony Martin fährt jetzt für das niderländische Team Jumbo-Visma.
Der gebürtige Cottbus Tony Martin fährt jetzt für das niderländische Team Jumbo-Visma. FOTO: dpa / Laurent Gillieron
Spremberg. Die deutschen Zeitfahrmeisterschaften der Radsport-Elite und U23 finden an diesem Freitag in Spremberg statt. Der gebürtige Cottbuser Tony Martin gehört erneut zun den Top-Favoriten.

Auch die Lausitzer Radsportler wollen bei den deutschen Zeitfahrmeisterschaften ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden. Die Titelkämpfe der Elite und U23 finden an diesem Freitag in Spremberg statt. Titelverteidigerin bei den Frauen ist Lisa Brennauer, bei den Männern kämpft der gebürtige Cottbuser Tony Martin um seinen neunten DM-Titel. Ausrichter der Meisterschaften ist der RK Endspurt 09 Cottbus.

Die Wettkämpfe starten in der Drebkauer Straße in Höhe der Firma Lobbe. Erster Start ist um 15.30 Uhr für die Elite Frauen (30 km), danach treten die Männer U23 und anschließend die Männer Elite (jeweils über 35 km) den Kampf gegen die Uhr auf der Tagebaurandstrecke an.

Mit den Meisterschaften kommt die Elite des deutschen Radsports erstmals seit 2009 wieder in die Region. Damals richtete Endspurt Cottbus anlässlich seines 100-jährigen Bestehens sowohl die Zeitfahr- als auch zwei Tage später die Straßen-Meisterschaften in Cottbus aus. Im Vorjahr in Einhausen sicherten sich Lisa Brennauer (Kempten/Team WNT Rotor), Tony Martin (Kreuzlingen/Team Jumbo-Visma) und Jasper Frahm (Buxtehude/Team Heizomat rad-net.de) die Titel.

Bei den Männern will Seriensieger Tony Martin seinen neunten Titel gewinnen. Endspurt-Mitglied Roger Kluge (Team Lotto Soudal) hat auch schon seine Klasse im Zeitfahren nachweisen können. Der Vorjahresdritte Nikias Arndt (Köln/Team Sunweb) fuhr einst im Cottbuser Nachwuchs und für das LKT-Team.

Daneben können sicher auch die aufstrebenden Asse Nils Politt (Hürth/Team Katusha) oder Jasha Sütterlin (Freiburg/Team Movistar) um die Medaillen kämpfen. Maximilian Schachmann aus Berlin (Team Bora Hansgrohe), Vorjahresvierter und einer der Topfahrer des Frühjahrs, hat seine Teilnahme abgesagt.  Gemeldet hat dagegen Lennard Kämna vom deutschen Team Sunweb, der bereits als Junioren- und U23-Fahrer im Kampf gegen die Uhr WM-und EM-Medaillen gewann und ein Podiumskandiat ist.

Titelverteidigerin bei den Frauen ist Lisa Brennauer (Durach/WNT-Rotor Cycling), die als Top-­Favoritin ins Rennen gehen wird. Auch Clara Koppenburg (Konstanz) oder  Lisa Klein (Saarbrücken) sind Medaillenkandidatinnen. Gespannt darf man auf die erste Elite-DM der letztjährigen Juniorenmeisterin Hannah Ludwig aus Traben-Tratbach sein.

Dagegen musste Trixi Worrack vom RK Endspurt 09, die sich bereits dreimal den Titel im Kampf gegen die Uhr sicherte und im Vorjahr Zweite wurde,  nach anhaltendem Sturzpech in dieser Saison ihre Teilnahme absagen. „Ich muss mich körperlich und mental erstmal erholen“, so die 37-Jährige nach dem jüngsten Sturz bei der „Energy ­Women‘s Tour“ in England.

In der U23 gehört  Richard Banusch (Vetschau/LKT Team Brandenburg) zum erweiterten Favoritenkreis, nachdem Vorjahresmeister Jasper Frahm inzwischen bei den Männern startet und Max Kanter (Cottbus/Team Sunweb) als Zweiter von 2018 wegen anhaltender muskulärer Probleme nicht am Start stehen wird. Mit guten Leistungen werden auch Juri Hollmann oder Felix Groß (Heizomat rad-net.de) zu überzeugen wissen.

Am Sonntag finden dann auf dem legendären Sachsenring die Straßenmeisterschaften der Elite statt. Die Sportler sind auf  der Grand–Prix Strecke und auf Teilen der ­alten Sachsenring-Rennstrecke unterwegs. Zu den großen Favoriten im Männerrennen gehören wieder die Fahrer des deutschen Rennstalls Bora-hansgrohe, die in den letzten vier Jahren mit Emanuel Buchmann (2015), Marcus Burghardt (2017) und Pascal Ackermann (2018) dreimal siegten.

Titelverteidiger Ackermann, der gerade einen Etappensieg in der ­Slowenien-Rundfahrt feierte, steht ganz oben in der Liste der Meisterschaftsanwärter. Aber auch sein Teamkollege Max Schachmann (Berlin) ist ein heißer Kandidat. Und auch mit John Degenkolb ist zu rechnen. Der Ober-Urseler schaffte es in den letzten Jahren oft aufs Podium, zum Titel reichte es für ihn als Einzelstarter bisher noch nicht. Für den 33-Jährigen wäre das Meistertrikot mehr als ein Trostpflaster für die Nicht-Nominierung zur Tour de France.

Die Katusha-Alpecin-Profis Nils Politt und Rik Zabel (beide Köln) rechnen sich ebenfalls Chancen aus. Das Team Sunweb um den letztjährigen Meisterschafts-Dritten Max Walscheid (Neuwied) will auch mitmischen.

Bei den Frauen gehen Titelverteidigerin Liane Lippert (Friedrichshafen/Sunweb) und ihre Vorgängerin Lisa Klein (Saarbrücken/Canyon Sram) sowie Lisa Brennauer  als aussichtsreiche Medaillen­­kan­didatinnen an den Start.

 Trixi Worrack hat ihre Teilnahme in Spremberg wegen eines erneuten Sturzes abgesagt: „Ich muss mich körperlich und mental erstmal erholen.“
Trixi Worrack hat ihre Teilnahme in Spremberg wegen eines erneuten Sturzes abgesagt: „Ich muss mich körperlich und mental erstmal erholen.“ FOTO: Trek-Segafredo