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"Tja, jetzt haben wir den Salat"

Verkehrte Welt in Spremberg: Der KSC Asahi landet den größten Erfolg der Vereinsgeschichte – doch der stellt den Club vor große Probleme.
Verkehrte Welt in Spremberg: Der KSC Asahi landet den größten Erfolg der Vereinsgeschichte – doch der stellt den Club vor große Probleme. FOTO: ASAHI
Der KSC Asahi Spremberg steht im Viertelfinale der Judo-Bundesliga – und das als Aufsteiger! Clubboss Dirk Meyer erklärt, warum das auch ein Problem ist.

Herr Meyer, was ist Ihnen am Samstag nach dem Sieg in Bottrop als Erstes durch den Kopf geschossen: Krass, wie geil sind wir denn? Oder: Verdammt, wer soll das bezahlen?
Meyer (lacht) Krass, wie geil sind wir denn - ganz klar! Die Mannschaft ist voll abgegangen und hat die Sensation geschafft. An das Viertelfinale war nach dem Aufstieg vor einem Jahr nicht zu denken. Es ging in unserer ersten Bundesliga-Saison eigentlich nur darum, den Schaden in Grenzen zu halten und sich Respekt zu verschaffen. Tja, jetzt haben wir den Salat.

Der "Salat" besteht vor allem aus einem finanziellen Mehraufwand, der eigentlich nicht eingeplant war. Welche Kosten kommen durch den Erfolg auf den Verein zu?
Meyer Naja, in den Planungen war die Saison jetzt eigentlich vorbei für uns. Jetzt haben wir aber nochmal zwei Kämpfe, einen zuhause und einen auswärts. Das heißt, wir müssen Bühnen aufbauen für unseren Heimkampf und für den Auswärtskampf ein Hotel buchen und die Benzinkosten für einen großen Bus tragen. Auch ein paar unserer Kämpfer müssen wir wieder aus Polen "einfliegen" lassen.

Was genau kostet das Viertelfinale also für Asahi Spremberg?
Meyer Ich denke, wir reden da über einen Betrag von 5000 bis 7000 Euro. Energie Cottbus kann das vielleicht aus der Hüfte bezahlen, ein kleiner Verein wie wir aber nicht.

Haben Sie schon einen Plan, wer die Summe stemmen soll beziehungsweise auf wie viele Schultern diese verteilt werden soll?
Meyer Ich werde jetzt Kontakt aufnehmen zu einigen Sponsoren. Einige hatten vor der Saison gescherzt, sie würden uns das Viertelfinale bezahlen. Damals haben wir noch gelacht, aber ich werde versuchen, sie jetzt festzunageln. (lacht) Schließlich kämpfen wir auch nicht gegen irgendjemanden. Unser Gegner Abensberg ist der FC Bayern München des Judo-Sports, das ist schon eine richtige Hausnummer. Ich hoffe, dass wir durch den Erfolg vielleicht auch interessant geworden sind für neue Sponsoren.

Darf man davon ausgehen, dass Sie nun trotzdem alles versuchen werden, um auch das Halbfinale zu erreichen?
Meyer Das ist gegen diesen Gegner nicht realistisch. Wir werden eher jeden einzelnen Punkt wie einen Sieg feiern. Wir müssen Abensberg wohl erstmal eine genaue Wegbeschreibung schicken.

Mit Dirk Meyer

sprach Steven Wiesner