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Tiefe Wolken, große Hoffnung

Flug-Weltmeister Matthias Dolderer ließ sich am Donnerstag von den Wolken über dem Lausitzring nicht die Laune verderben.
Flug-Weltmeister Matthias Dolderer ließ sich am Donnerstag von den Wolken über dem Lausitzring nicht die Laune verderben. FOTO: Red Bull
Klettwitz. Den Piloten-Overall hatte Flug-Weltmeister Matthias Dolderer trotzdem angezogen. Dabei war seine Landung auf dem Lausitzring am Donnerstag nicht ganz so spektakulär, wie man das eigentlich vom Red Bull Air Race erwartet. Jan Lehmann

Statt selbst vor der Haupttribüne einzufliegen, wurde der Pilot vom etwa 20 Kilometer Luft linie entfernten Flugplatz in Finsterwalde an die Rennstrecke kutschiert - mit dem Auto.

Das Wetter spielte einfach nicht mit: Trüber Himmel, Regen, viel Wind. Für die einmotorigen Leichtflugzeuge gab es anfangs keine Starterlaubnis, die Piloten des Luftspektakels mussten sich im Finsterwalder Hangar gedulden.

Dolderer erklärte derweil bei der Pressekonferenz vor einer überschaubaren Anzahl von Medienvertretern, aber etlichen applaudierenden Red-Bull-Mitarbeitern: "Die Wolken hängen in Finsterwalde so tief. Wir benötigen aber eine Mindestflughöhe von 150 Metern, um überhaupt starten zu dürfen."

Der Brause-Gigant Red Bull legt zwar alles darauf an, den Zuschauern auch am bevorstehenden Lausitzring-Wochenende möglichst viel Spektakuläres zu bieten. Erich Wolf, Chef vom Red Bull Air Race, formuliert in bester Werbesprache: "Wir erwarten Höchstleistungen auf dieser Super-Location."

Doch die Sicherheit geht vor. Zu tiefe Wolken, zu starker Regen oder zu starker Seitenwind - und die Flieger dürfen nicht in die Luft. Erst für den späten Nachmittag war am Donnerstag deshalb das nächste Zeitfenster für den Anflug geöffnet. Abends klappte es dann mit dem Anflug.

Sind gelandet und Wetter wird gut :-)

— Matthias Dolderer (@md21_racing) September 14, 2017

Es gibt aber große Hoffnung auf Besserung. Nicht unbedingt, weil (Noch-)Lausitzring-Chef Josef Meier versprach: "Wir arbeiten an besserem Wetter." Von zurückliegenden Motorsport-Veranstaltungen in Klettwitz weiß man schließlich, dass Meier leider nicht die besten Verbindungen zum Wettergott hat.

Doch die Meteorologen prognostizieren, dass sich die Ausläufer des Sturmtiefs Sebastian zügig aus der Lausitz verabschieden. Also: Dem Qualifying am Samstag und dem Rennen am Sonntag dürfte nichts im Weg stehen. Dolderer versichert zudem, dass es unter seinen Kollegen keine "Schönwetter-Flieger" gebe und betont: "Die brauchen wir hier nicht."

Stimmt. Schließlich jagen der Deutsche, der an diesem Freitag seinen 47. Geburtstag feiert, und seine WM-Rivalen mit 370 Stundenkilometer durch den Kurs, der mit aufgeblasenen Pylonen ab gesteckt wird. Große Muße, wie Tom Cruise im Film "Top Gun" die Sonnenbrille zurechtzurücken, hat man da sowieso nicht.

Ob Regen oder Sonne, für Dolderer und seine Kollegen bedeutet der Lausitzring eine Umstellung. Nach sechs Rennen über dem Wasser - beispielsweise über der Donau in Budapest oder zuletzt dem Douro in Porto - ist der Lausitzring die erste Station in dieser Saison, auf der über Land geflogen wird. Dolderer erklärt: "Ich bevorzuge das. Wenn da mal der Motor ausfällt, kann man ganz easy irgendwo landen." Außerdem beschreibt er: "Wenn man übers Wasser fliegt und dort keine Welle zu sehen sind, dann ist es schwierig, die Flughöhe einzuschätzen." Das dürfte am Lausitzring indes gar kein Problem sein. Der Asphalt dort ist ja berühmt-berüchtigt für seine Wellen.

Zum Thema:
Freitag: Von 12 Uhr bis 17.35 Uhr freies Training der Challenger und der Master-Klasse.Samstag: Ab 12 Uhr freies Training. Ab 15.20 Uhr Qualifying der Challenger und der Master-Klasse.Sonntag: 13 Uhr Rennen der Challenger. Ab 14.05 bis 17 Uhr Finalrunden der Master-Klasse.