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Superbike gibt Lausitzring-Abschied

Klettwitz. Vom 18. bis 20. August gibt es das voraussichtlich letzte Gastspiel der Rennserie in Klettwitz. Stefan Bradl ist deutscher Hoffnungsträger. Sven Hering

In zwei Wochen startet die Superbike-Rennserie auf dem Lausitzring ins letzte Drittel der Saison. Es könnte der letzte Auftritt der schnellen Motorradpiloten in Klettwitz sein. Durch den Verkauf des Lausitzrings zum 1. November 2017 an den Dekra-Konzern droht der Motorrad-Weltmeisterschaft in der Lausitz das Aus.

Dabei hatte sich Josef Meier, Geschäftsführer des Lausitzrings, mit der Rückkehr der Superbike-Weltmeisterschaft einen persönlichen Traum erfüllt, wie er erklärt. "Umso mehr wünschen auch wir uns natürlich einen Fortbestand der Serie hier am Lausitzring, der aber leider nicht garantiert werden kann", ergänzt Meier. Er wolle als Betreiber die Rennen noch ein letztes Mal gemeinsam mit den Fans erleben und genießen. Durch die Übergabe der Anlage an die Dekra sei noch nicht klar, wie und in welcher Form Motorsport in Zukunft am Lausitzring durchgeführt werden kann.

Zu erleben gibt es laut Veranstalter dabei eine ganze Menge. Denn neben der spannenden Frage, ob der britische WM-Spitzenreiter Jonathan Rea in der Lausitz weiter in Richtung seines dritten Weltmeister-Titels marschiert, oder ob sein Kawasaki-Teamkollege Tom Sykes den Rückstand von aktuell 59 Punkten wieder verringern kann, blicken die Fans natürlich vor allem auf die deutschen Hoffnungsträger Stefan Bradl (Red Bull Honda) und den mit einer Wildcard startenden Markus Reiterberger (Van Zon Remeha BMW), die sich beide von ihrem Heimrennen am Lausitzring einiges erwarten.

Stefan Bradl, der als WM-13. in die Sommerpause gegangen ist, freut sich bereits auf sein Heimrennen: "Ich selbst bin gespannt, der Lausitzring ist für mich quasi fast neu. Ich bin dort zwar mit 125er Bikes gefahren, aber das ist mittlerweile zwölf Jahre her. Ich freue mich auf mein Heimrennen und bin gespannt, wie unsere Performance sein wird", sagt er.

Noch zu Jahresbeginn hatte der Bayer harte Kritik an den Bedingungen in der Lausitz geübt und dabei sogar die Streckenbetreiber Josef Meier und Josef Hofmann attackiert. Gegenüber der "Speedweek" erklärte der 27-Jährige: "Ich kenne die Jungs vom ,Hallo' sagen und vom Händeschütteln. Sie sollten sich schleunigst daran machen, den Asphalt zu ändern oder einen neuen draufzumachen."

Inzwischen sind die Misstöne verstummt. Und Bradl äußert sich lieber zu seinen Fahrerkollegen. Von Wildcard-Starter Markus Reiterberger erwartet er dabei einiges: "Markus wird konkurrenzfähig sein, da bin ich sicher. Er hat das Niveau, um in der WM vorne dabei zu sein und wird beim Heimrennen sicher eine gute Performance zeigen." Schade sei es, dass Reiterberger nicht mehr in der WM dabei ist. Bradl: "Deutsche Fahrer haben wir leider sowieso nicht viele. Es würde jedem aus unserer Sicht gut tun, ihn wieder in der WM zu haben".

Mit drei WM-Klassen, der Superstock 1000 EM und der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM wird den Zuschauern jede Menge hochklassiger Motorradsport am Rennwochenende geboten. Und auch im Fahrerlager wird auf der Bühne der Paddock-Show für ein abwechslungsreiches Programm mit Meet & Greets, Fahrerinterviews, Autogrammstunden und Gewinnspielen gesorgt.

Bei den Pitwalks am Samstag und Sonntag können die Fans den Teams und Fahrern besonders nah kommen. Und im Superbike-Village, der Händlermeile hinter der Haupttribüne, können die neuesten Modelle von BMW, Ducati, Kawasaki und Suzuki getestet werden.

Ein ganz besonderes Angebot wird den Fans zusätzlich am Donnerstag, den 17. August, mit dem kostenlos zugänglichen Fahrerlager geboten. Zwischen 13 und 17 Uhr öffnet der Lausitzring dann die Tore zum "Open Paddock", bei dem jeder Besucher - auch ohne ein erworbenes Ticket - die Möglichkeit erhält, den Teams und Fahrern bei den Vorbereitungen zum Veranstaltungswochenende zuzusehen. Eine gute Möglichkeit also vor allem für Autogrammjäger und Fans, den Stars der Superbike WM über den Weg zu laufen, bevor das Rennwochenende in die heiße Phase startet. Und möglicherweise wird das dann auch die letzte Gelegenheit sein, bei den schnellen Motorradpiloten auf dem Lausitzring hinter die Kulissen zu schauen.

Zum Thema:
Alle Informationen sowie Tickets für die Superbike-WM am Lausitzring gibt es unter www.lausitzring.de/worldsbk2017 . Auch die Kleinsten haben beim kostenfreien Lausitzring Suzuki Kinder-Quad-Parcours die Möglichkeit, erste motorsportliche Erfahrungen zu machen.