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| 01:09 Uhr

Streit um Kosten für Hallenkomplex

Weißwasser.. Die Lausitzer Füchse aus Weißwasser kämpfen sechs Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde um den Einzug in die Play-offs und damit den vorzeitigen Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Doch die nächste Saison wirft bereits ihre Schatten voraus. Frank Noack


Mit der Freigabe der restlichen Sponsorengelder in Höhe von 150 000 Euro durch die Stadt Weißwasser hat sich zwar die finanzielle Lage des Eissports entspannt (die RUNDSCHAU berichtete), aber die Frage der künftigen Hallenbetreibung ist dadurch offenbar noch komplizierter geworden.
Denn nach dem Willen von Oberbürgermeister Hartwig Rauh sollten diese Gelder eigentlich für die zu erwartenden Defizite bei der Hallenbetreibung zurückgehalten werden. „Diese Pläne sind damit geplatzt“ , sagte Rauh gestern der RUNDSCHAU.
Wegen der leeren kommunalen Kasse soll die Betreibung des Eissportkomplexes spätestens im Sommer in private Hände übergeben werden. Eine von den Füchsen kürzlich erstellte Wirtschaftlichkeitsberechnung hat ergeben, dass die Betreibung ohne kommunale Zuschüsse trotz umfangreicher Sparpläne nahezu unmöglich ist. Erwartet wird ein jährliches Defizit von 193 000 Euro. Laut Oberbürgermeister Rauh hat die Stadt bisher pro Jahr rund 300 000 Euro an Betriebskosten getragen.
Dies sei in Zukunft nicht mehr möglich. „Aus haushaltstechnischer Sicht hätten wir diesen Schritt schon viel eher gehen müssen. Denn eigentlich kann sich die Stadt den Eissport nicht leisten“ , betont Rauh und verweist auf die Tatsache, dass in der Vergangenheit zu diesem Zweck stets Kredite aufgenommen werden mussten. Diese Praxis, so der Verwaltungs-Chef, sei in Zukunft nicht mehr möglich und auch nicht gewollt.
Weil stattdessen die restlichen Sponsorengelder in Höhe von 150 000 Euro für das Defizit bei der Hallenbetreibung verwendet werden sollten, hat hat Rauh in der vergangenen Woche bei der Abstimmung des erweiterten Ältestenrates des Weißwasseraner Stadtrates auch gegen deren Auszahlung gestimmt.
Die Mehrheit votierte indes dafür. Das Geld wird je zur Hälfte von den Stadtwerken Weißwasser und deren Mehrheitseigentümer, der Unternehmensgruppe Veolia, aufgebracht. Die über zehn Jahre laufende Sponsorvereinbarung wurde beim Verkauf der Stadtwerke an Veolia geschlossen. Gestern gab nun auch der Aufsichtsrat der Stadtwerke seine Zustimmung.
Obwohl die entsprechende Summe umgehend auf das Konto der Füchse überwiesen wurde, zeichnet sich die nächste Diskussionsrunde zwischen der Stadt und den Verantwortlichen im Fuchsbau bereits ab. Geschäftsführer René Reinert kündigte jedenfalls an, dass die Füchse weiter um den Zuschuss der Stadt für die Hallenbetreibung kämpfen wollen. „Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass sich die Stadt komplett zurückziehen möchte. Wir sind der Auffassung, dass der Eissport nach wie vor eine enorme Bedeutung für Weißwasser und die ganze Region besitzt“ , meint Reinert.