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Strafanzeigen nach Cottbuser Fan-Randale

FOTO: Torsten Zettl
Bautzen. Nach den Ausschreitungen beim Energie-Spiel in Bautzen hat die Polizei die Tatverdächtigen ermittelt - und Strafanzeigen gestellt. Eine Frau wurde verletzt und musste behandelt werden. Jan Lehmann

Nach den Ausschreitungen beim Spiel des FC Energie Cottbus am Sonntag in Bautzen hat die sächsische Polizei die Identität von insgesamt 32 möglicherweise beteiligten Personen festgestellt, die allesamt dem Fanlager von Energie Cottbus zuzuordnen seien. Zudem seien sieben Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung, gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Hausfriedensbruch gestellt worden, teilte die Polizei am Montag mit.

Demnach habe eine 51-jährige Zuschauerin ein Knalltrauma erlitten und musste medizinisch versorgt werden. In der zweiten Halbzeit des Regionalliga-Spiels im Bautzener Stadion an der Müllerwiese hatten Krawallmacher im Gästeblock Brandfackeln und Kanonenschläge gezündet.

Die brennenden Gegenstände wurden auf das Spielfeld und die umstehenden Ordner geworfen. Das Spiel wurde daraufhin von Schiedsrichter Patrick Kluge unterbrochen und stand sogar vorm Abbruch. Kluge ließ über den Stadionsprecher mitteilen, dass er die Partie beim nächsten derartigen Zwischenfall beenden werde.

Die Polizei war mit 150 Beamten im Einsatz und holte noch während des Spiels die ersten Verdächtigen aus dem Block. Der Großteil der Energie-Fans distanzierte sich offen von den Randalierern und skandierte deutlich vernehmbare Sprechchöre wie: "Wir sind Cottbuser - und ihr nicht." Laut Polizei soll es auch zu Handgreiflichkeiten unter den Zuschauern im Cottbuser Block gekommen sein.

Die Polizei stellte derweil Reste von Pyrotechnik, eine Cottbuser Fanfahne sowie Utensilien zur Vermummung sicher. Die Kriminalpolizei habe in allen Fällen die Ermittlungen aufgenommen, hieß es. Für den FC Energie hingegen dürften die Vorfälle eine erneute empfindliche Geldbuße bedeuten.