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Steht DTM vorm Abschied am Lausitzring?

Timo Glock und sein "gelbes Biest" – im freien Training am Freitag hatte der BMW-Pilot auf dem Lausitzring noch einige Probleme.
Timo Glock und sein "gelbes Biest" – im freien Training am Freitag hatte der BMW-Pilot auf dem Lausitzring noch einige Probleme. FOTO: Fotostand/bfn1
Klettwitz. Ausgerechnet zum Start des Motorsport-Festivals am Lausitzring werden Spekulationen laut, dass die DTM vorm Abschied stehe. Doch was ist dran an den Gerüchten um den Sachsenring? Jan Lehmann

Vollgas in der Gluthitze. Das "gelbe Biest", wie BMW-Pilot Timo Glock sein DTM-Fahrzeug liebevoll nennt, muss schon am Freitag beim freien Training am Lausitzring einiges aushalten. "Die Bodenwellen am Lausitzring sind eine echte Herausforderung", formuliert der ehemalige Formel-1-Pilot diplomatisch das, was unter den Fahrern ein offenes Geheimnis ist.

Ganz gewiss: Der Lausitzring ist eine Strecke mit Tücken. Doch ist es wirklich so schlimm, wie es ein Bericht der "Bild"-Zeitung vermuten lässt? Die Strecke in Klettwitz sei wegen der Bodenwellen der unter den Fahrern unbeliebteste Kurs, hieß es dort am Freitag. Und stünde deshalb auf der Abschussliste. Schon 2018 könne demnach stattdessen der Sachsenring im DTM-Kalender auftauchen.

Erleben die Tausende Zuschauer, die am Wochenende in Klettwitz an der Strecke sein werden, also die Abschiedsvorstellung der DTM? Am Lausitzring ist man über derartige Gerüchte direkt vor dem Motorsport-Festival natürlich nicht erfreut. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage wies man solche Spekulationen zurück. Angesichts der zuletzt gestiegenen Zuschauerzahlen sei man sehr interessiert, das Motorsport-Festival fortzuführen.

Und auch Lorenz Liechti, Pressesprecher der DTM, ist von den Spekulationen überrascht. Er betont: "Ein Rennen auf dem Sachsenring ist aktuell aus verschiedenen Gründen gar nicht möglich."

Und was sagen die Piloten: Ist der Lausitzring im Beliebtheitsrennen tatsächlich Schlusslicht? DTM-Routinier Gary Paffett gibt bei der verbalen Aufholjagd für den Lausitzring Gas: "Es ist nicht die Strecke, auf die ich mich am allermeisten freue. Aber ich habe hier dreimal gewonnen und deswegen ein gutes Gefühl."

Der britische Routinier, der am Samstag sein 150. DTM-Rennen bestreiten wird, bedauert nur: "Wir können hier nicht so viel Highspeed fahren, dabei lieben wir alle Highspeed."

Einen anderen Wunsch hätte Audi-Pilot Jamie Green: "Schade, dass wir hier nur auf der kurzen Strecke fahren, die Langstrecke sieht interessant aus." Der Brite betont zudem: "Der Lausitzring ist nicht die einfachste Strecke. Aber wer DTM-Champion werden will, der muss auf allen Strecken bestehen."

Das gilt schon für die Trainingssession am Freitag. Green landet hinter dem Trainingsbesten Mike Rockenfeller auf Rang vier. Paffett wird Zehnter, Glock nur Zwölfter. Beim "gelben Biest" muss der Ring wohl in Sachen Beliebtheit noch etwas aufholen.