ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:40 Uhr

"Steffi, bitte schreibe mir!" – Kerber im Grand-Slam-Finale

Im Halbfinale der Australian Open bezwang Angelique Kerber Johanna Konta (Großbritannien).
Im Halbfinale der Australian Open bezwang Angelique Kerber Johanna Konta (Großbritannien). FOTO: dpa
Melbourne. Darauf haben die deutschen Tennis-Fans lange warten müssen. Erstmals seit 20 Jahren steht in Melbourne wieder eine deutsche Spielerin im Finale. Dort fordert Angelique Kerber nun die übermächtige Serena Williams heraus – und denkt an Steffi Graf. dpa/jam

Nachdem sich ihr "halber Traum" vom ersten Einzug in ein Grand-Slam-Finale erfüllt hatte, hatte Angelique Kerber nur noch einen Wunsch. "Steffi, bitte schreibe mir", sagte die Kielerin nach ihrem Halbfinal-Sieg bei den Australian Open gegen Johanna Konta aus Großbritannien. Und auch dieser Wunsch ging für die deutsche Nummer eins an diesem Tag in Erfüllung. In der Pressekonferenz nach dem nicht schönen, aber besonders wertvollen 7:5, 6:2 gegen Konta präsentierte Kerber stolz die Glückwünsche ihres Idols.

"Ich gratuliere. Ich freue mich riesig. Liebe Grüße aus Las Vegas", schrieb die Rekord-Grand-Slam-Turnier-Siegerin der ersten deutschen Melbourne-Finalistin seit 20 Jahren.

Gnadenlos reflektiert

Für Kerber war es ein langer Weg in ihr erstes Endspiel bei einem der vier wichtigsten Turniere. Doch dass ihr Höhenflug gerade jetzt Down Under einsetzt, kommt für die 28-Jährige nicht völlig überraschend. "Ich bin seit vier Jahren in den Top Ten, jetzt wird es auch mal Zeit", sagte Kerber. Nachdem sie mit dem Vorrunden-Aus bei den WTA-Finals in Singapur das eigentlich erfolgreiche Jahr 2015 mit einer großen Enttäuschung abgeschlossen hatte, ging Kerber in der kurzen Pause auf den Malediven hart mit sich ins Gericht.

"Sie hat sich nach der letzten Saison gnadenlos selbst reflektiert und bekommt jetzt endlich die Bühne und das Ansehen, die sie längst verdient hat", sagte Bundestrainer Barbara Rittner, die einfach nur "stolz" auf den Erfolg ihrer Nummer eins ist.

Als Kerber wieder ins Training einstieg, formulierte sie für sich ungewohnt forsche Ziele. Der Fokus solle nun auf den großen Turnieren liegen, sie wolle es bei den Grand Slams krachen lassen.

Im Endspiel an diesem Samstag (9.30 Uhr/Eurosport) trifft sie nun auf die übermächtige Serena Williams, die der Polin Agnieszka Radwanska im ersten Halbfinale beim 6:0, 6:4 nicht den Hauch einer Chance ließ. Kerber will gegen Williams alles probieren. "Ich werde versuchen, Serena zu zeigen, hier bin ich, ich will das Ding auch gewinnen", sagte die nach ihrem Triumphzug vor Selbstvertrauen strotzende Norddeutsche. "Der Traum geht noch weiter."