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| 01:06 Uhr

Springer-Nachwuchs bereitet viele Sorgen

Innsbruck.. Die Zukunft des deutschen Skispringens ist ungewiss. Deutlich wie selten zuvor wird bei der 53. Vierschanzentournee sichtbar, dass es um den Springer-Nachwuchs nicht zum Allerbesten bestellt ist. „Es drängt sich derzeit keiner auf“, sagte Bundestrainer Peter Rohwein.


Profitierte beim Auftakt in Oberstdorf die Nachwuchsgarde noch von den Windbedingungen, wurde sie in Garmisch-Partenkirchen gleich wieder von der Realität eingeholt. Und auch in Innsbruck bestätigte sich das deutsche Dilemma: Der Oberhofer Jörg Ritzerfeld überstand die Qualifikation nicht, über seinen Clubkollegen Stephan Hocke gibt es nun schon im dritten Jahr in Serie kaum Positives zu berichten.
Rohwein fand daher deutliche Worte: "Stephan ist noch sehr weit unter seinen Möglichkeiten." Es überraschte ihn auch nicht, dass die B-Kader beim Neujahrsspringen schon wieder in der Rolle der Zuschauer waren. "Es war klar, dass Oberstdorf eine Ausnahme bleiben wird. Dort hatten die jungen Leute Glück in der Qualifikation. Für sie war es ein Erlebnis, mit den Großen einen Wettkampf zu bestreiten. Aber sie sind noch lange nicht so weit", erklärte Rohwein und verweist auf Maximilian Mechler (Isny), der sich kontinuierlich nach vorn gearbeitet hat. "Er kann an das Niveau von Malysz heranspringen", betonte der Coach.
Doch ein Siegspringer ist derzeit nicht zu erkennen. "Talente sind ja durchaus vorhanden", schätzt Nachwuchskoordinator Reinhard Heß ein. Gerade hat der frühere Bundestrainer in Sachsen einen Verein zur Förderung des Springer-Nachwuchses mitgegründet. Dort, wo einst Jens Weißflog oder Henry Glaß Siege ersprangen, klafft heute eine Lücke. Bereits zum zweiten Mal hintereinander hat es kein Athlet aus dem traditionsreichen Springerland geschafft, in der nationalen Gruppe die ersten beiden Wettbewerbe der Tournee zu bestreiten. „Unser System ist gut, wir müssen die Talente nur richtig entwickeln“ , so Heß. (dpa/nd)