| 02:40 Uhr

Sprembergs Gurken und der Porsche-Traum

Die Erstliga-Judoka von Asahi Spremberg haben mit einem Gurken-Paket in den Westen auf die Berichterstattung nach ihrem überraschenden Remis bei Judo in Holle reagiert. Nun ist das Päckchen angekommen – und hat für mächtig viel Aufsehen gesorgt. Andreas Kreth("Hildesheimer Allgemeine")

Humor haben sie in der Lausitz, das ist mir gestern eindrucksvoll vor Augen geführt worden. Obwohl mir - zugegeben - zuerst ein bisschen bange war. Man kann heutzutage ja gar nicht vorsichtig genug sein. Aber der Reihe nach: Im Sekretariat der Redaktion drückte mir ein netter Kollege ein Päckchen in die Hand. "Hier, kam heute per Post." Das Päckchen fühlte sich fast so an, als sei eine kleine Bombe drin.

Allerdings stand ein eher unverfänglicher Absender drauf: KSC Asahi Spremberg. Und ein Vermerk: "Liebe Grüße aus der Lausitz." KSC Asahi Spremberg - das war doch gerade erst der Gegner der Holler Erstliga-Judoka, über die ich berichtet habe!

Das schoss mir sofort durch den Kopf. Aber ansonsten blieb ich ahnungslos. Mein erwähnter Kollege aus dem Sekretariat ging die Sache sofort offensiv an. Ruck, zuck öffnete er die Lieferung, zum Glück war keine Bombe drin. Er fischte ein paar Zeitungsseiten Polstermaterial heraus - und ein Glas Gurken. Original Spreelinge aus dem Spreewald.

Nun machte es Klick: In meinem Bericht vom Judo hatte ich den Holler Trainer Maxime Lambert zitiert, der seine Mannschaft nach dem 7:7 anbrüllte: "Wie können wir uns von so einer GURKENTRUPPE nach einer 5:2-Halbzeitführung noch einen Punkt klauen lassen?"

Ich hatte das mit der Gurkentruppe auch gleich in die Überschrift geschrieben. Gurken also von der "Gurkentruppe" - als Ost-Paket. Wie gesagt, Humor haben sie in der Lausitz. Denn auch Maxime Lambert bekam ein Päckchen und wird sich die Leckerbissen ebenfalls schmecken lassen.

Wenn ich demnächst mal wieder über die Lausitzer Judoka berichte, schreibe ich einfach, dass die Spremberger abgingen wie ein Porsche - mal sehen, was sie mir dann schicken. Ein original 911er wäre mir am liebsten. Aber dann bitte nach Hause. Es ist besser, wenn die Kollegen das nicht mitkriegen.

Andreas Kreth, stellvertretender Ressortleiter Sport bei der "Hildesheimer Allgemeinen", bekam die Gurken-Post aus Spremberg.
Andreas Kreth, stellvertretender Ressortleiter Sport bei der "Hildesheimer Allgemeinen", bekam die Gurken-Post aus Spremberg. FOTO: Gossmann