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| 13:37 Uhr

Auf Warnungen des Körpers hören
Mit Laufleistung wächst Verschleiß

 Zu den größeren Sportveranstaltungen in Elbe-Elster gehört der Elsterlauf in Bad Liebenwerda.
Zu den größeren Sportveranstaltungen in Elbe-Elster gehört der Elsterlauf in Bad Liebenwerda. FOTO: Veit Rösler
Leipzig. Sportwissenschaftler rät zu einem maßvollen Umgang mit dem eigenen Körper.

Mehrere dicke Fragezeichen setzt der Sportwissenschaftler Dr. Olaf Ernst vom Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig hinter die Frage nach dem Nutzen von extremen Ausdauerleistungen. „Ist es sinnvoll und gesund, so etwas zu machen? Ich bin dafür, lieber durch den Wald zu laufen und die Natur zu genießen“, teilt er die Einstellung der Ultraläufer nicht. Er akzeptiert diese jedoch.

Olaf Ernst, Fachgruppenleiter Ausdauer für die Disziplinen Laufen und Gehen, ist seit 1981 in der Forschung tätig. Seitdem hat er von Werner Schildhauer über Hansjörg Kunze bis zu Nils Schumann und Konstanze Klosterhalfen viele deutsche Spitzensportler einer Leistungsdiagnostik unterzogen und deren Trainer beraten.

Herzkreislauf, Stoffwechsel und Atmung verkraften nach seinen Worten Marathon- und längere Distanzen auch bei trainierten Freizeitsportlern ganz gut. Die physische und psychische Belastung sei zwar hoch, verteile sich im Gegensatz zu den Mittelstrecken aber auf zwei und mehr Stunden.

Wer seinen Körper über einen langen Zeitraum immer wieder fordere, müsse wie bei einem Auto mit wachsender Laufleistung auf Dauer mit zunehmendem Verschleiß rechnen. Die betreffenden Teile des Stütz- und Bewegungsapparates können leiden. Innere (genetische) und äußere Faktoren (wie Schuhwerk und Untergrund) beeinflussen diesen Prozess ebenfalls. Zudem gebe es sehr große Unterschiede beim Laufstil. Mit der falschen Technik werde der Schaden am Ende der Freizeitlaufkarriere um so größer.

Wer sich als guter Hobbyläufer über viele Monate auf einen Marathon vorbereite, trainiere nicht selten vier- bis fünfmal und mehr in der Woche zwischen zehn und 25 Kilometern. In der Summe kämen unglaubliche Strecken zusammen. Jeder Schritt stauche die Gelenke. Wer zudem mit zu viel Körpergewicht auf die Strecke gehe, belaste sich zusätzlich. Erst recht auf überlangen Distanzen, wenn der Kopf permanent versucht, die Schmerzen im Körper zu bekämpfen.

(mf)