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| 14:38 Uhr

Sportpolitik
Zwei neue Bundesstützpunkte für Cottbus

Die Radsportler um Maximilian Levy trainieren in Cottbus künftig am Bundesstützpunkt.
Die Radsportler um Maximilian Levy trainieren in Cottbus künftig am Bundesstützpunkt. FOTO: LR / Frank Hammerschmidt
Cottbus. Die bundesweite Leistungssportreform wirkt sich aus: Am Olympiastützpunkt in Cottbus kann man sich über zwei neue Bundesstützpunkte freuen. Doch an anderer Stelle muss sich die Lausitz noch in Geduld üben. Von Jan Lehmann

Radsport und BMX, diese beiden Sportarten werden künftig in Cottbus als Bundesstützpunkte besonders gefördert. Das für Sport zuständige Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat im Land Brandenburg insgesamt 13 neue Bundesstützpunkte anerkannt. Das teilte das brandenburgische Ministerium für Bildung, Jugend und Sport am Freitag mit.

Das Anerkennungsverfahren sei wesentlicher Teil der im Jahr 2015 begonnenen bundesweiten Leistungssportreform, die eine Neustrukturierung des deutschen Leistungssports und der Spitzensportförderung vorsieht, hieß es.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte die Entscheidung als gemeinsamen Erfolg der Landesregierung, des Olympiastützpunkts Brandenburg und des Landessportbunds. Woidke betonte: „Brandenburg ist und bleibt ein Sportland, dank der hervorragenden Leistungen der Athletinnen und Athleten, der guten Arbeit der Spezialschulen Sport, der Landesfachverbände, der leistungs-sporttragenden Vereine sowie aller Trainerinnen und Trainer.“

Was ist neu für Cottbus? Schon bisher wurde am Olympiastützpunkt in Cottbus Radsport und BMX-Race trainiert. Athleten wie Bahnradsprinter Maximilian Levy, der bereits dreimal an Olympischen Spielen teilgenommen hat, haben hier ihre sportliche Heimat. Doch im Radsport gab es bisher keine Bundesstützpunkte, sondern nur eine bundesweite Schwerpunktsetzung. Das wurde jetzt geändert. Das Ministerium definiert: „Bundesstützpunkte werden auf Antrag eines Bundessportfachverbandes nach Feststellung eines erheblichen Bundesinteresses anerkannt. Sie dienen dem täglichen Training von Spitzenathletinnen und -athleten und bieten optimale Rahmenbedingungen, leistungsstarke Trainingsgruppen und hochqualifiziertes, hauptamtliches Trainerpersonal.“ Im Radsport soll Straße und Bahn trainiert werden, der Stützpunkt in Cottbus arbeitet dabei mit Frankfurt/Oder zusammen.

Was bleibt wie es war in Cottbus? Das Geräteturnen der Männer bleibt weiterhin ein Bundesstützpunkt in Cottbus. Mirko Wohlfahrt, Leiter des Standortes Cottbus am Olympiastützpunkt Brandenburg, bedauert allerdings, dass der Antrag zur Einrichtung eines Bundesstützpunktes im Trampolinturnen noch nicht anerkannt worden ist. „Beide Sportarten können die vorhandenen Trainingsmöglichkeiten nutzen. Wir werden uns weiter darum bemühen.“ Dass der Stützpunkt Turnen zudem wie BMX Race nur bis 2020 genehmigt worden ist, erschwert die Planungen. „Auch da werden wir die Anträge zur Fortsetzung stellen“, so Wohlfahrt.

Was soll in Cottbus noch kommen? Die beiden paralympischen Trainingsstützpunkte für Paracycling und Para-Leichtathletik in Cottbus bleiben bestehen. Sie sind noch bis zum Jahr 2020 anerkannt – sollen aber im Zuge der Gleichbehandlung umbenannt werden. Zudem arbeitet man in Cottbus daran, auch noch eine weitere Sportart genehmigt zu bekommen. Gemeinsam mit dem ESV Lok RAW Cottbus soll das Para-Kanu in Cottbus auf den Weg gebracht werden. Wohlfahrt betont: „Noch breiter sollten wir uns nicht aufstellen, sondern die Kräfte bündeln.“