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Spitzen-Duell im Spreewald

Lübben. Der HC Spreewald empfängt am Samstag die TSG Lübbenau zum Duell der Extraklasse. Es ist ein spannendes Handball-Derby, das in der Vergangenheit schon für einige Brisanz sorgte. Eberhard Schelletter und Anja Brautschek

(esc1) Auf diese Partie haben die Fans sehnsüchtig gewartet. An diesem Samstag trägt der HC Spreewald das Rückrunden-Derby und Meisterschaftsspiel in der Lübbener Sporthalle zum "Blauen Wunder" mit den TSG-Handballern aus. Spielbeginn ist um 18.15 Uhr. Schon das Hinspiel der laufenden Meisterschaft sorgte für ordentlich Spannung. Das TSG-Team verlor in eigener Halle nach einem heiß umkämpften Spielverlauf mit 24:28. Erst in den letzten Minuten konnte der HC das Spiel noch drehen.

Umso mehr ist in diesem Rückrunden-Derby Revanche angesagt. Dazu hat der TSG-Trainer Rene Nolde bis auf den Verletzten Tobias Lange alle Spieler im Aufgebot. Die Zuschauer dürfen sich auf eine spannende Auseinandersetzung freuen, in dem beide Teams hoch motiviert und leidenschaftlich um den Sieg und zwei Punkte in der Brandenburgliga kämpfen werden.

Das Spreewald-Derby zwischen den Lübbenauer und Lübbener Handballern lockte sowohl bei den Fans als auch bei den Spielern bereits so manche Emotion hervor. Ausverkaufte Hallen, volle Ränge und spannende Partien waren auch in den vergangenen Jahren keine Seltenheit.

Die Tradition begann bereits zu Zeiten des Feldhandballs. Sowohl in der Oberliga Berlin/Brandenburg, der 2010/11 eingeführten Oberliga Ostsee-Spree und in der Brandenburgliga trafen die Mannschaften aufeinander. Dabei zählten die Spreewald-Duelle immer zu den Höhepunkten jeder Meisterschaft. Sie haben für die Rivalen den Reiz der besonderen Herausforderung. Dabei geht es bis heute neben dem Kampf um Meisterschaftspunkte auch um die regionale Vorherrschaft.

"Es ist ein klassisches Derby, zu dem eine Fan-Kultur und Lokal-Patriotismus dazugehört", sagt HCS-Trainer Mirko Wolschke. Dabei treffen sich die Teams auf Augenhöhe. Viele Partien wurden nur knapp mit wenigen Toren Differenz entschieden. "Für den HCS ist es ein kleines Saisonziel, Lübbenau zu schlagen. Das haben wir schon einmal geschafft. Aber es werden Tagesform und Taktik entscheiden", vermutet Wolschke.

Vor allem die Anfänge des HC Spreewalds vor zehn Jahren sorgten für einige Brisanz - insbesondere bei den Fans. Handballer der TSG Lübbenau wechselten zum neuen Verein. Das schürte hohen Ehrgeiz bei den Spielern auf dem Parkett und brachte noch mehr Stimmung in der Halle. Ein Wechsel zum vermeintlichen Gegner sorgt für Diskusionen.

Dabei standen sich im Spreewald sogar schon zwei Brüder gegenüber. 2005 trafen Silvio und Marco Schelletter als Gegner aufeinander. Während Silvio Schelletter Trainer beim damaligen TSG Lübben war, der später in den HCS überging, spielte sein Bruder für Lübbenau. "Es ist eigenartig, wenn man in das Wohnzimmer seiner sportlichen Erfolge zurückkehrt. Schließlich erlebte ich in Lübbenau die schönsten Jahre meiner aktiven Handballer-Karriere und das bleibt unvergessen", sagte Silvio Schelleter damals kurz vor dem ersten Aufeinandertreffen. Das Spreewald-Derby versprach eben immer eine besondere Atmosphäre, das für so manchen Herzschlag-Moment sorgte.