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Spektakuläre Action im tiefen Sand

Tagessieger Max Nagl (r., Nummer 12) erwischte jeweils einen super Start und lag an der ersten Kurve in Führung.
Tagessieger Max Nagl (r., Nummer 12) erwischte jeweils einen super Start und lag an der ersten Kurve in Führung. FOTO: Lars Hartfelder/lrs1
Fürstlich Drehna. Der deutsche WM-Fahrer Max Nagl hat am Sonntag die ADAC MX Masters in Fürstlich Drehna gewonnen. Atemberaubende Motocross-Action mit spektakulären Sprüngen, spannenden Überholmanövern und verbissenen Zweikämpfen haben die mehr als 12 500 Zuschauer begeistert und für einen gelungenen Saisonauftakt gesorgt. Lokalmatador Christian Brockel aus Herzberg überzeugte mit einer starken Leistung und wurde überraschend Dritter. Lars Hartfelder / lrs1

Der Nachmittag auf dem Mühlenberg im Luckauer Ortsteil war nichts für schwache Nerven. Die Sandspezialisten warfen alles in die Waagschale und brachten die Fans mit ihren waghalsigen Manövern zum Staunen. Allen voran der deutsche Spitzenfahrer Max Nagl und Glenn Coldenhoff aus den Niederlanden. Das Duo fuhr in beiden Läufen vorneweg und zeigte den zahlreichen Zuschauern an der Strecke, was den Reiz des Motocross ausmacht. Hatte im ersten Lauf noch der Holländer die Nase vorn, drehte Nagl im zweiten Durchgang den Spieß um und wurde dadurch trotz gleicher Punktzahl Gesamtsieger.

Für eine große Überraschung sorgte Christian Brockel vom MSC Fürstlich Drehna. Der 31-Jährige zeigte eine konstante Leistung und fuhr in beiden Läufen auf Rang vier. Mitfavorit Dennis Ullrich kam zwar im zweiten Rennen auf Rang drei, hatte aber im ersten Lauf mit technischen Problemen zu kämpfen und wurde da nur Neunter.

"Wir haben hochklassige Rennen mit einem verdienten Sieger gesehen", sagte ADAC-Serienkommissar Olaf Noack, der dem Veranstalter MSC Fürstlich Drehna ein großes Lob aussprach. "Was dieser kleine Klub hier auf die Beine stellt, ist absolut bemerkenswert." Zufrieden zeigte sich auch MSC-Chef Christian Lehmann mit dem Wochenende. "Alles hat wunderbar geklappt, ein großer Dank gilt den rund 350 Helfern."

Insgesamt 240 Fahrer aus 26 Nationen kämpften am Wochenende um die ersten Wertungspunkte der Saison. Spannend verliefen auch die Rennen der beiden Nachwuchsklassen. Der Gesamtsieg im Youngster Cup ging schließlich an Arminas Jasikonis aus Litauen, der das erste Rennen gewann und im zweiten Lauf Platz zwei belegte. Dahinter folgte der deutsche Nachwuchsfahrer Stefan Ekerold, der sich nach Rang drei im ersten Lauf nochmals steigerte und mit einer Energieleistung hauchdünn den Sieg im zweiten Durchgang sicherte. Platz drei in der Gesamtwertung holte Brian Hsu aus dem italienischen Cremona.

Lokalmatador Nico Adler war bei den 16- bis 21-Jährigen bereits am Samstag in der Qualifikation gescheitert. Der 16-Jährige verpasste im Zeittraining als 19. hauchdünn das Finale. 1,5 Sekunden trennten ihn in Gruppe eins von Platz 17, der für die Endläufe gereicht hätte. Im Last Chance Race, von dem noch die ersten sechs ins Finale rutschten, hatte er als 14. deutlich das Nachsehen.

Im Junior Cup der Zehn- bis 15-Jährigen, schnappte sich Mikkel Haarup aus Dänemark den Tagessieg. Nach dem Erfolg im ersten Lauf reichte ihm anschließend Platz zwei. Dahinter folgte der Niederländer Raivo Dankers, der zum Auftakt Zweiter und später Dritter wurde. Der Chemnitzer Jeremy Sydow holte Bronze. Rick Elzinger aus den Niederlanden gewann zwar das zweite Rennen, musste sich aber nach Rang neun im ersten Durchgang mit dem undankbaren vierten Gesamtplatz zufrieden geben.

Im Schatten der wieder aufgebauten historischen Bockwindmühle flogen die Piloten mit waghalsigen Sprüngen durch die Luft.
Im Schatten der wieder aufgebauten historischen Bockwindmühle flogen die Piloten mit waghalsigen Sprüngen durch die Luft. FOTO: lrs1