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| 10:22 Uhr

Leichtathletik
So startete Olympia-Teilnehmer Christian Poser in Cottbus durch

Christian Poser belegte am Ende den undankbaren 4. Platz.
Christian Poser belegte am Ende den undankbaren 4. Platz. FOTO: David Davies / dpa
Cottbus. Ralf Lauenroth hat Olympia-Starter Christian Poser in Cottbus als Leichtathlet geformt. In der RUNDSCHAU spricht Lauenroth über die Zusammenarbeit und gibt jungen Sportlern einen wichtigen Tipp. Von Jan Lehmann

Den letzten Lauf seines ehemaligen Schülers Christian Poser verpasste Ralf Lauenroth am Montag. „Ach, wie schade. Ich hatte so auf eine Medaille für Christian gehofft“, sagte der 67-Jährige, als er vom undankbaren vierten Platz für den Cottbuser Bob-Anschieber und dessen Piloten Nico Walther erfuhr.

Als der Cottbuser Poser in dem dramatischen Wettkampf knapp an seiner ersten Olympia-Medaille vorbeischrammte, war Lauenroth – na klar – in der Cottbuser Leichtathletik-Halle im Einsatz. Das Lausitzer Trainer-Urgestein, das auch schon die beiden Diskus-Olympiasieger Robert und Christoph Harting unter seinen Fittichen hatte, ist auch nach dem Ende seiner Lehrertätigkeit an der Lausitzer Sportschule weiter eine feste Größe in der Cottbuser Leichtathletik.

Dort hatte einst auch Christian Poser angefangen. Lauenroth erinnert sich: „Er musste damals wie alle durch die Aufnahmeprüfung und wurde für die Leichtathletik gesichtet. Dort hatte ich ihn in der 7. und 8. Klasse in Sprint und Sprung.“ Für den heutigen Bobfahrer war das eine prägende Zeit. In der RUNDSCHAU hatte Poser einst bekundet: „Ralf Lauenroth hat mir die Augen geöffnet und mir gezeigt, dass man alles schaffen kann, was man sich vornimmt, wenn man fleißig ist.“

Diese Maxime gibt der Cottbuser Coach seinen Schützlingen auch noch heute mit auf den Weg. Er betont: „Man muss den Sportlern zeigen, was man für Möglichkeiten hat, wenn man sich vollends auf den Sport einlässt.“ Für die jungen Cottbuser Leichtathletik-Talente könnte eine dieser Möglichkeiten auch der Weg zu den Olympischen Winterspielen sein. Würde Lauenroth seinen Sportlern anhand des Beispiels von Christian Poser also auch eine Bob-Karriere schmackhaft machen?

Der 67-Jährige zögert etwas, sein Leichtathletik-Herz schlägt wohl einfach stärker. Er betont: „Chris­tian hat eine tolle Karriere hingelegt. Aber der Andrang auf die Anschieberpositionen ist sehr groß. Da bekommen nur wenige einen Platz im Bob. Mir wäre es außerdem lieber, wenn wir unsere Talente nicht zu früh verlieren.“ Sein salomonisches Urteil: „Erst die Leichtathletik, später dann der Bob.“

Und trotz dieser Präferenzen wird Lauenroth gewiss erneut mitfiebern, wenn Poser im Viererbob am Samstag und am Sonntag noch einmal durch den Eiskanal von ­Pyeongchang jagt. Dann dürfte der Trainer auch nicht wieder zeitgleich in der Leichtathletikhalle zu tun haben – die Rennen beginnen jeweils 1.30 Uhr in der Nacht.

Ralf Lauenroth hat seit 1977 viele Spitzenathleten in Cottbus trainiert.
Ralf Lauenroth hat seit 1977 viele Spitzenathleten in Cottbus trainiert. FOTO: Michael Helbig/mih1