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Sigurdsson offenbar vor dem Abschied

Berlin. Es ist nicht lange her, da schwärmte Dagur Sigurdsson noch von seiner Lust auf weitere Jahre mit dem Handball-Nationalteam. "Unser Hunger ist da. dpa/jam

Die Turniere dürfen ruhig schnell kommen", hatte der Bundestrainer nach dem Gewinn der Olympia-Bronzemedaille in Rio gesagt. Knapp zwei Monate später scheint dieser "Hunger" zumindest beim Erfolgscoach selbst nicht mehr allzu groß. Nach einem Bericht von "Handball Inside" erwägt der Isländer, seinen bis 2020 laufenden Vertrag mit dem Deutschen Handballbund (DHB) vorzeitig zum 30. Juni 2017 zu kündigen. Diese Option besteht bis zum Saisonende.

Sollte Sigurdsson diesen Schritt gehen, würde die WM im Januar 2017 in Frankreich sein letztes Turnier als Bundestrainer der "Bad Boys" sein.

DHB-Vizepräsident Bob Hanning räumte ein, von Sigurdsson bereits vor einiger Zeit in dessen Überlegungen eingeweiht worden zu sein. "Wir haben schon lange über dieses Thema gesprochen. Daher überfährt es mich nicht", sagte Hanning. Man sei mit dem 43-Jährigen in Gesprächen.

Ursprünglich wollte der DHB mit Sigurdsson bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio Gold anpeilen. Sein Vertrag war daher bis zu den Sommerspielen in knapp vier Jahren ausgelegt.

"Dass Dagur auch wegen des Europameistertitels und der olympischen Bronzemedaille zu den begehrtesten Trainern zählt, ist keine Überraschung", sagte Hanning. In Ländern wie Katar oder bei einem internationalen Spitzenclub würde Sigurdsson deutlich mehr Geld verdienen als beim DHB.

Finanzielle Gründe sollen aber nicht den Ausschlag für das Umdenken des Bundestrainers gegeben haben. Vielmehr spielen wohl persönliche Beweggründe des verheirateten Familienvaters die Hauptrolle. "Es gibt immer Situationen im Leben, wo man andere Wege geht. Bei Dagur geht es auch um Lebensplanung", sagte Hanning.

2014 hatte Sigurdsson den schwächelnden Weltmeister von 2007 übernommen und zurück in die Weltspitze geführt.