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"Siegesmaschine" Real: Niemand gewinnt so schnell so viel

Wieder eine Hand am Pott: Real-Trainer Zinédine Zidane.
Wieder eine Hand am Pott: Real-Trainer Zinédine Zidane. FOTO: dpa
Madrid/London. Real Madrid holt Titel am laufenden Band. Seit der Amtsübernahme von Trainer Zidane vor 20 Monaten sind es sechs. Jetzt wartet aber eine heiße Aufgabe. Emilio Rappold und Philip Dethlefs

Toni Kroos posiert auf Twitter mit dem 12,2 Kilogramm schweren Pott unterm Arm, streckt vier Finger aus und setzt eine coole Miene auf. Mit Kroos holte Champions-League-Sieger Real Madrid dank eines 2:1 über Manchester United am Dienstagabend zum dritten Mal in den letzten vier Jahren den europäischen Supercup. Für den deutschen Weltmeister war es in drei Jahren bei den Königlichen der siebte Titelgewinn. Im Duell Champions-League-Sieger gegen Europa-League-Sieger erzielten Casemiro (24. Minute) und Isco (52.) die Sieg bringenden Tore für die Madrilenen, ehe Uniteds 80-Millionen-Neuzugang Romelu Lukaku noch etwas Spannung erzeugen konnte (62.). "Siegesmaschine", titelte die Zeitung "Marca". "El País" bezeichnete Kroos & Co. nach dem 88. Titelgewinn für Real als "siegessüchtig".

Wenn dieses Attribut für jemanden gilt, dann wohl für Trainer Zinédine Zidane. Seit seiner Amtsübernahme nach der Freistellung von Rafa Benitez im Januar 2016 führte der Franzose seine Schützlinge zu sechs Titeln. Niemand gewann in der 115-jährigen Geschichte des Clubs so schnell so viel. Satt ist der 45-Jährige aber noch lange nicht: "Wir alle haben noch viel Hunger und wollen alles gewinnen", sagte der Weltmeister von 1998. In der ewigen Rangliste der Real-Trainer liegt "Zizou" schon auf Platz vier hinter Miguel Muñóz (14 Titel), Luis Molowny (8) und Vicente del Bosque (7). Und der nächste Triumph liegt gleich um die Ecke: Denn schon am kommenden Sonntag tritt der spanische Meister bei Pokalsieger FC Barcelona zum Hinspiel um den spanischen Supercup an. Der Sieger wird am nächsten Mittwoch im Bernabéu-Stadion feststehen.

Der jüngst aus dem Urlaub zurückgekehrte Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der gegen seinen Ex-Club aus Manchester erst in der 83. Minute eingewechselt wurde, wird gegen den Erzrivalen wohl wieder von Anfang an spielen. Zidane blickte in der Nacht des Triumphes gegen Manchester bereits Richtung Camp Nou. Er weiß: Auch als Dauersieger darf man sich bei Real kaum Ausrutscher leisten. Schon gar nicht gegen die Katalanen. "Auf uns wartet am nächsten Sonntag ein sehr schweres Spiel", sagte er. Erst vor zwei Wochen hatte Madrid gegen Barcelona bei einem Vorbereitungsturnier 2:3 verloren.