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| 01:28 Uhr

Sekundenschlaf raubt Vettel WM-Führung

Budapest. Schon im Auto machte Sebastian Vettel eindeutige Gesten, auf dem Siegerpodest schmiss er seine Kappe auf den Boden. Nach seinem Sekundenschlaf beim Großen Preis von Ungarn hat Sebastian Vettel die erste WM-Führung seiner Formel-1-Karriere verpasst. Von Christian Hollmann

Der von Pole Position gestartete Heppenheimer musste am Sonntag auf dem Hungaroring für eine Unachtsamkeit im 100. Red-Bull-Rennen mit einer Durchfahrtsstrafe büßen und kam beim Sieg seines Teamkollegen Mark Webber nicht über Platz drei hinaus. “Das wäre heute ein Spaziergang gewesen, das Rennen zu gewinnen. Ich hätte gewinnen müssen, aus manchen Gründen ist das nicht passiert. Ich bin sehr enttäuscht„, gestand der verzweifelte Vettel.

Während Rekordweltmeister Michael Schumacher beim schwarzen Mercedes-Wochenende mit einem kompromisslosen Manöver gegen Rubens Barrichello für Aufsehen sorgte und zur Strafe nach der “illegalen Behinderung„ beim nächsten Rennen in Spa-Francorchamps Ende August von zehn Plätzen weiter hinten starten muss, konnte sich Hockenheim-Gewinner Fernando Alonso im Ferrari auch noch vor Vettel schieben.Webber nutzte indes in seinem 150. Grand Prix die Gunst der Stunde und den Ausfall des bis dato in der WM-Wertung führenden Lewis Hamilton, der seinen McLaren-Mercedes wegen eines Getriebeschadens vorzeitig abstellen musste. “Ein unglaublicher Erfolg fürs Team„, freute sich Webber. Der Australier, von Platz zwei hinter Vettel gestartet, profitierte von der einzigen Safety-Car-Phase des Rennens und übernahm vor der rund dreiwöchigen Sommerpause mit 161 Punkten nach zwölf Rennen die Spitze. Es war Webbers vierter Saisonsieg. In der Gesamtwertung folgen Hamilton (157) und Vettel (151).

Ein erneutes Wochenende zum Vergessen erlebte das Silberpfeil-Team. Schumacher verpasste nach Startplatz 14 im Mercedes die Punkte und wurde bereits elf Umläufe vor dem Ende von Webber überrundet. Mercedes-Kollege Nico Rosberg musste nach einer gefährlichen Reifenwechsel-Panne, die mit einer Geldstrafe von 50 000 Dollar gehandet wurde, in der Puszta aufgeben, als sein Hinterrad durch die Box hüpfte. “Heute lief gar nichts„, konstatierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Adrian Sutil schied nach einem schuldlosen Crash in der Boxengasse ebenfalls aus. Erfreulich dagegen Nico Hülkenberg: Der Emmericher schaffte im Williams sind bislang bestes Resultat und landete auf Platz sechs. Timo Glock belegte im unterlegenen Virgin Platz 16.