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| 18:27 Uhr

Radball
Sechs Minuten vor dem Traum

Die Radballer Tim (r.) und Eric Lehmann wollen sich für die Junioreneuropameisterschaft qualifizieren.
Die Radballer Tim (r.) und Eric Lehmann wollen sich für die Junioreneuropameisterschaft qualifizieren. FOTO: Isabel Damme
Großkoschen. Tim und Eric Lehmann aus Großkoschen wollen sich am Wochenende für die Junioren-Europameisterschaft im Radball in der Schweiz qualifizieren. Von Isabel Damme

Ballannahme, Zuspiel, Torschuss und Jubel. Darauf freuen sich die Radballer Tim und Eric Lehmann. Die beiden Sportler spielen am 17. und 18. März bei der finalen Runde der Europameisterschaftsqualifikation in Großkoschen um den Einzug in die EM-Endrunde. Diese wird am 11. und 12. Mai in der Schweiz ausgetragen.

Seit 1921 ist der Rad(ball)sport in Großkoschen fest verankert. Die Geschwister Eric und Tim sind seit ihrem fünften Lebensjahr mit Leib und Seele dabei. Für alle, die es noch nicht gesehen haben, vergleicht Tim Lehmann Radball mit Fußball. „Wir sind im Spiel jedoch mit einem Rad auf dem Feld unterwegs und nur ein Zwei-Mann-Team.“ Eine Spielrunde dauert sechs Minuten und auch der Ball ist etwas kleiner und mit 600 Gramm schwerer als ein Fußball. Er darf nur gespielt werden, wenn Arme und Beine den Lenker und die Pedale berühren. Wenn Eric Lehmann im Strafraum steht, darf er als Verteidiger das eigene Tor auch mit den Händen sichern. Laut Tim sind Geduld und ein enormes Gleichgewichtsgefühl wichtige Fähigkeiten in dieser Sportart. „Sobald man den Boden berührt oder sich gegen einen Pfosten lehnt, ist man für kurze Zeit nicht mehr spielberechtigt.“

Die Jungs trainieren zwei bis dreimal die Woche. „Am anstrengendsten ist das Zirkeltraining“, sagt Eric. Hierbei werden zehn Übungen in einem Intervall von 30 Sekunden immer wieder wiederholt. Wichtige Grundlagen wie Rückwärtsfahren, Slalom mit einem Ball oder auch das Aufstellen auf das Hinterrad, müssen sie im Spiel sicher beherrschen. Einen kurzen Einblick in ihr Training gibt ein Video (siehe QR-Code). Doch auch die Technik spielt eine große Rolle. Besonders wichtig sind fest angezogene Vorderradspeichen, da mit ihnen geschossen wird. „Die Räder bestehen aus Carbon und sind somit sehr leicht, wodurch sie sich schneller führen lassen“, erklärt Vater Daniel Lehmann.

Die Brüder sind bisher vierfacher Deutscher Meister und Mitglied in der deutschen Nationalmannschaft. Trotz der bereits großen Wettkampferfahrung steigt die Aufregung vor dem Wochenende. Vater Daniel Lehmann geht es nicht viel anders. Er selbst spielte seit seiner Kindheit Radball und trainiert seine Söhne. „Im Jahr 2005 startete das letzte Mal ein Team unseres Vereins für die Nationalmannschaft“, blickt er auf das Wochenende.“

Wer das Team anfeuern möchte, kann das am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 10 Uhr in der Seesporthalle Großkoschen tun. Dort duellieren sich sieben Teams aus Thüringen, Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Brandenburg. Der letzte Anpfiff des Wochenendes wird das wohl entscheidende Spiel einläuten: SG Langenwolschendorf gegen RSV Großkoschen. Das Duell der zwei stärksten Teams wird aller Voraussicht nach entscheiden, wer Deutschland bei der Radball-Europameisterschaft in der Schweiz vertreten darf. Für Eric und Tim würde damit ein großer Traum in Erfüllung gehen.

So trainieren die Radballer. Der QR-Code führt zu einem Video.
So trainieren die Radballer. Der QR-Code führt zu einem Video. FOTO: LR