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Schwierigste Phase für Guardiola

Pep Guardiola und der FC Bayern stehen vor wegweisenden April-Wochen. Ausgerechnet jetzt fehlen Robben, Alaba und Ribéry.
Pep Guardiola und der FC Bayern stehen vor wegweisenden April-Wochen. Ausgerechnet jetzt fehlen Robben, Alaba und Ribéry. FOTO: dpa
Dortmund/München. Spitzenspiel oder nicht? Eigentlich egal, denn fernab der nackten Liga-Zahlen ist der Hit zwischen Bayern und Dortmund immer voller Brisanz. Pep Guardiola fühlt sich vor dem Duell der Dauer-Rivalen sogar in seiner schwierigsten Münchner Phase. Christian Kunz und Dietmar Fuchs

Kein Titelkampf, keine Sticheleien, kein Duell auf Augenhöhe - aber Borussia Dortmund gegen Bayern München bleibt trotzdem der Liga-Knaller Nummer eins. Mitten in die Vorbereitung auf das heikle Treffen der Dauerrivalen am Karsamstag beim BVB erklärte Pep Guardiola den Auftakt zu den wegweisenden April-Wochen mit eindringlichem Blick auch noch zu seiner schwierigsten Schaffensphase als Bayern-Trainer.

"Ja, unbedingt", erklärte der spanische Starcoach am Tag vor "einem großen Duell, einem Clá sico". "In diesem Monat ist jedes Spiel ein Finale", betonte der 44-Jährige, der reichlich hochkarätige Ausfälle im Team wegstecken muss.

Einen Titel gibt es beim Aufein andertreffen der Meister der vergangenen fünf Jahre nicht zu gewinnen. Aber es geht auch so um jede Menge. Niederlagen in diesen Duellen schmerzen besonders, dazu will München mit dem 50. Liga-Sieg unter Guardiola den nächsten Schritt Richtung Titel machen. Der BVB versucht, seine Saison weiter zu reparieren, nachdem die rasante Talfahrt zunächst gestoppt wurde.

"Obwohl diesmal vieles anders ist als in der Vergangenheit: Es ist trotzdem ein Heimspiel von Borussia Dortmund, und die haben wir generell im Vorfeld noch nie abgeschenkt", betonte BVB-Coach Jürgen Klopp, mochte aber trotz Zuversicht "keine allzu dicke Lippe riskieren". Seit sieben Spielen hat der BVB in der Bundesliga nicht mehr verloren. Bayerns Hochglanz-Spielzeit bekam zuletzt bei der Niederlage gegen Gladbach dagegen ein Kratzerchen. Dazu drücken schwerwiegende Ausfälle wie die von Arjen Robben und David Alaba auf die Stimmung. Franck Ribéry fehlt gegen die Borussia ebenfalls.

"Angeschlagen sind wir nicht unbedingt. Aber wir haben jetzt wichtige Spiele vor uns. Es sind Kleinigkeiten, die in diesen Spielen entscheiden", sagte Weltmeister Mario Götze vor der Rückkehr an die frühere Meisterstätte. Götze: "In der Bundesliga ist es für uns das Spiel des Jahres. Wir freuen uns darauf." Die Vorfreude hob auch Nationaltorwart Manuel Neuer hervor: "Jetzt kommen die Wochen, in denen es knallt."

Ungewohnt ruhig lief dagegen die Einstimmung auf den Klassiker ab, die manches Mal amüsanten Sticheleien blieben aus. Im mit 80 667 Zuschauern ausverkauften Stadion muss sich Guardiolas Super-Auswahl an diesem Samstag aber auf eine ganz heiße Atmosphäre einstellen. "Es wird köcheln und brodeln, und diese Hitze müssen die Bayern aushalten", sagte BVB-Innenverteidiger Neven Subotic im "Kicker".

Das Duell zwischen dem Tabellenzehnten und den erstplatzierten Münchnern wird laut Subotic "kein Zuckerschlecken" für die qualitativ heftig dezimierten Gäste, die aber immer noch reichlich Weltklasse auf den Platz schicken können. Dazu nahen besondere Einsätze: Thiago ist bereit für ein Kurz-Comeback, Kapitän Philipp Lahm könnte nach fünf Monaten in die Startelf zurückkehren. "Die Mannschaft muss diesen Spielern helfen", formulierte Guardiola den Arbeitsauftrag zur Unterstützung zweier seiner Lieblingsspieler.

Klopp indes könnte sich zwei Clubs als Vorbild nehmen, wie die Bayern zu besiegen sind: "Die Gladbacher haben's vorgemacht, Wolfsburg hat sie auch geschlagen." Das 1:4 in Wolfsburg zum Rückrundenauftakt und das 0:2 gegen die Borussia vom Niederrhein am zurückliegenden Spieltag sind bislang die einzigen Bayern-Saisonniederlagen. Beide Male konnten die Münchner nicht auf das vollständige Flügelduo Ribéry/Robben zurückgreifen. Am Samstag fehlen beide.

Jürgen Klopps Dortmunder haben seit sieben Bundesliga-Spielen nicht mehr verloren.
Jürgen Klopps Dortmunder haben seit sieben Bundesliga-Spielen nicht mehr verloren. FOTO: dpa