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| 02:38 Uhr

Schüchterner erster Auftritt

Technisch stark und torgefährlich ist Leipzigs Neuzugang Bruma. Doch passt es auch charakterlich?
Technisch stark und torgefährlich ist Leipzigs Neuzugang Bruma. Doch passt es auch charakterlich? FOTO: dpa
Leipzig. RB Leipzigs Königstransfer Bruma lässt sich nach heftiger Kritik seines Ex-Trainers in Istanbul auf keine verbale Revanche ein. Ralf Rangnick hat bei Podolski nachgefragt. Jens Marx

Sein großes Idol Cristiano Ronaldo hätte vermutlich anders reagiert. Landsmann Bruma gab sich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt für seinen neuen Arbeitgeber RB Leipzig auch angesprochen auf die nachträglichen verbalen Attacken seines Ex-Trainers freundlich und zurückhaltend. "Ich habe ihm sehr viel zu verdenken. Ich glaube nicht, dass er mich schlecht machen wollte", sagte der 22 Jahre alte Portugiese am Mittwoch in der Trainingsakademie der Roten Bullen.

Dabei war Igor Tudor, Brumas Sportlicher Chef bei Galatasaray Istanbul, mit den Worten in Medien zitiert worden: "Ich habe in meiner Karriere viel erlebt. Aber ich habe noch nie so ein Verhalten wie das von Bruma gesehen." Tudor habe seine Meinung gesagt, und er nehme das auf, meinte Bruma.

Fast schon schüchtern wirkte er, dabei war die Runde der Medienvertreter noch überschaubar. Bruma redete leise, Bruma sprach portugiesisch, eine Dolmetscherin übersetzte. Wichtig sei, dass er die Sprache auf dem Platz verstehe, meinte Bruma. Am Montag stieg Leipzigs Königstransfer in die Vorbereitung des Fußball-Bundesligisten und Champions-League-Teilnehmers ein.

Bedenken, dass Bruma Probleme machen könnte, haben die Vereinsverantwortlichen nicht. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick hatte jüngst betont, dass sich der Verein wie bei anderen Spielern auch vorher sehr, sehr eingehend über den U21-Nationalspieler informiert habe, auch was dessen Charaktereigenschaften betreffe.

Rangnick telefonierte nach eigenen Angaben eine Stunde mit Lukas Podolski und eine Dreiviertelstunde mit Andreas Beck. Der eine spielte mit Bruma für Galatasaray, der andere mehrmals gegen den schmächtig wirkenden 1,73 Meter großen offensiven Mittelfeldspieler. Alle, mit denen er gesprochen hätte, hätten ihm bestätigt, dass Bruma ein ordentlicher Kerl sei, versicherte Rangnick.

Bruma selbst informierte sich wiederum bei Podolski über den deutschen Fußball, die Bundesliga und RB Leipzig. Er habe ihm gesagt, dass die Bundesliga eine Topliga sei und dass RB Leipzig ein Topverein sei. Dort habe er die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

Spannend wird sein, wie sich Bruma im stark besetzten offensiven Mittelfeld bei den Leipzigern durchsetzen kann. Er wird sich mit Emil Forsberg messen müssen.