ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:11 Uhr

Judo
Schöne Grüße von „Miss Sophie“: Asahi verliert erneut

 Gut im Griff: Die Spremberger um Luc Meyer (l., gegen Tim Malewany) machten Tabellenführer Witten das Leben schwerer als gedacht.
Gut im Griff: Die Spremberger um Luc Meyer (l., gegen Tim Malewany) machten Tabellenführer Witten das Leben schwerer als gedacht. FOTO: Frank Hammerschmidt
Spremberg. Die Judoka vom KSC Asahi Spremberg bieten Bundesliga-Primus Witten bei der 6:8-Niederlage lange die Stirn. Am Ende ist es aber ein bisschen wie im „Dinner for One“-Sketch. Von Steven Wiesner

So ein bisschen müssen sich dei Judoka vom KSC Asahi Spremberg am Wochenende vorgekommen sein wie im „Dinner for One“-Sketch. Denn die sich immer wieder wiederholende Dienstanweisung Miss Sophies an ihren tollpatschigen Butler („The same procedure as every year, James“) fasst auch den fünften Saisonkampf der Lausitzer ziemlich genau zusammen. „Es war tatsächlich wie immer“, sagt Asahis Vereinschef Dirk Meyer. „Die Stimmung mit unseren bestimmt 400 Fans in unserer heimischen Halle war gigantisch, die Jungs haben hervorragend gekämpft – aber am Ende stehen wir wieder mit leeren Händen da.“

Schon vor dem Vergleich mit dem bisher makellosen Bundesliga-Spitzenreiter SUA Witten hatte Meyer bemängelt, dass man sich in dieser Saison schlicht zu selten belohnt. Eine Geschichte, die sich einmal mehr wiederholt hat. „Nach drei Minuten haben wir schon mit 3:0 geführt. Das war Weltniveau“, lobt Meyer. Doch die Lausitzer ließen den durchaus angefassten und überraschten Favoriten aus dem Ruhrgebiet wieder zurückkommen. Vor allem von den polnischen Spitzenkämpfern hatten sich die Lausitzer mehr versprochen. Und so gab es am Ende wieder Schulterklopfer statt Punkte für die Bundesliga-Tabelle, in der Asahi Spremberg weiter mit zwei Zählern auf dem vorletzten Platz rangiert. Meyer: „Ein 7:7-Unentschieden war locker drin.“

Bestnoten verdiente sich unter anderem Marcel Schaarschmidt im Schwergewicht. Nach langer Verletzungspause kehrte der 100-Kilo-Mann gegen Witten zurück auf die Bundesliga-Matte und legte seinen Gegner nach 36 Sekunden aufs Kreuz. Auch dank solcher Einzelleistungen will sich Dirk Meyer noch nicht mit dem möglichen Abstieg aus der Beletage der Judo-Szene auseinandersetzen. „Noch ist gar nicht geklärt, wie viele Mannschaften absteigen müssen“, erklärt Meyer. „Außerdem hat die Mannschaft gezeigt, dass sie in die 1. Liga gehört.“ Nach der Sommerpause stehen im Herbst noch zwei Duelle auf dem Programm. Gegen Leverkusen (21. September) und im Brandenburg-Derby gegen Potsdam (5. Oktober) muss dieser Anspruch auch wieder mal mit Zählbarem untermauert werden. Damit es dann nicht wieder in Anlehnung an „Dinner for One“ heißt: Das gleiche Prozedere wie jede Woche, Asahi.

Asahi Spremberg bietet Bundesliga-Primus Witten die Stirn FOTO: Frank Hammerschmidt