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Schöne Erinnerungen an eine Sternstunde

Manuel Neuer geht mit positiven Gefühlen ins Spiel gegen Porto. Hier erlebte er 2008 als Schalke-Keeper eine sensationelle Partie.
Manuel Neuer geht mit positiven Gefühlen ins Spiel gegen Porto. Hier erlebte er 2008 als Schalke-Keeper eine sensationelle Partie. FOTO: dpa
Porto. FC Porto? Manuel Neuer verknüpft mit Bayerns Viertelfinalgegner nur die besten Erinnerungen. Als 21-jähriger Torwart-Jüngling machte er im Estádio do Dragão ein Spiel des Lebens. Klaus Bergmann

Manuel Neuer kehrt mit positiven Gefühlen ins Estádio do Dragão zurück. "Ich habe schon gute Erfahrungen mit Porto gemacht", sagte der Weltmeister des FC Bayern schmunzelnd vor dem Champions-League-Viertelfinale. Bei seiner Fußball-Premiere im Drachenstadion erlebte der heute weltbeste Torwart am 5. März 2008 noch im Trikot des FC Schalke eine Sternstunde. "Damals war ich noch ein sehr junger Torwart. Es war meine erste Champions-League-Saison. Zum Glück hatte ich einen Sahnetag, wo alles funktioniert hat", erzählte Neuer am Dienstag im Teamhotel der Bayern in Porto.

Mit spektakulären Paraden am Fließband, die in zwei gehaltenen Schüssen im Elfmeterschießen gipfelten, führte der damals 21 Jahre junge Neuer seine Königsblauen vor sieben Jahren in seiner ersten Königsklassen-Saison gegen den FC Porto ins Viertelfinale. "Da sind wir leider an Pep Guardiola und dem FC Barcelona gescheitert", erinnerte Neuer.

Diesen Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) kommt es für Neuer zu einem Wiedersehen mit dem FC Porto, diesmal im Kampf um den Einzug ins Halbfinale der Königsklasse. Auf einem etwas mehr als zwei Minuten langen Youtube-Video sind die Heldentaten des damaligen Torwart-Bubis noch immer im Internet zu bewundern. Eine spektakuläre Rettungstat reiht sich in dem kurzen Zusammenschnitt an die nächste. Bis zur finalen Parade, als Neuers rechte Faust beim Elfmeter von Lisandro Lopez blitzartig hochschnellt und den Ball neben das Tor lenkt.

Fassungslose Porto-Spieler

Immer wieder schlugen Portos Spieler damals die Hände fassungslos vors Gesicht, auch Ricardo Quaresma, der am Mittwoch Neuer wieder gegenübertreten wird. Der gerade 29 Jahre alt gewordene Neuer zählt seine Weltklasseleistung von 2008 zu den besten Partien seines Lebens. "Er hat da Schalke 04 im Alleingang praktisch gerettet", betonte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag und merkte noch an: "Deshalb unter anderem haben wir ihn ja gekauft."

Neuer will sich seine Paraden von damals nicht noch einmal extra zur Einstimmung ansehen. Aber er freut sich auf das neue Duell mit dem FC Porto. "Die Stimmung ist sehr heiß", sagte der Nationaltorhüter über die Atmosphäre im Estádio do Dragão. Neuer wird - diesmal im Bayern-Trikot - wieder als Erfolgsgarant gebraucht. "Auf dem Niveau, wo wir uns jetzt bewegen, müssen alle Teilchen ineinandergreifen. Und da gehört Manu dazu", sagte Sportvorstand Matthias Sammer.

Für alle beim FC Bayern sei es ein gutes Gefühl zu wissen, "dass wir einen in der Kiste haben, der nicht nur im Spiel, sondern auch vom Elfmeterpunkt außergewöhnlich ist", erklärte Sammer.

Letzteres konnte Neuer erst gerade wieder beim Pokalsieg im Elfmeterschießen gegen Leverkusen beweisen. Am Wochenende, beim 3:0 in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt, durfte Neuer sich ausruhen und erholen für Porto. Ein Schleimbeutel am Knie plagt Bayerns Nummer 1 immer noch. Das soll Neuer aber nicht davon abhalten, Portos Angreifer - falls nötig - wieder zur Verzweiflung zu bringen.

Zum Thema:
Titelverteidiger Real Madrid hat sich durch ein torloses Remis im Viertelfinal-Hinspiel bei Stadtrivale Atlético eine gute Ausgangsposition für den Halbfinal-Einzug in der Champions League verschafft. In der Neuauflage des Endspiels von 2014 verpasste die Elf mit dem deutschen Fußball-Weltmeister Toni Kroos bei vielen guten Torchancen aber eine noch bessere Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche. Im zweiten Viertelfinale am Dienstag kam Juventus Turin durch ein Elfmetertor des Ex-Leverkuseners Arturo Vidal (57. Minute) zu einem 1:0 (0:0) gegen den AS Monaco. Allerdings war der Strafstoß sehr fragwürdig, Ricardo Carvalho hatte Dortmund-Schreck Alvaro Morata an der Strafraumgrenze kaum berührt. Verdient war der Juve-Erfolg aber allemal. Der FC Bayern München trifft am Mittwoch auswärts auf den FC Porto. Außerdem ist am Mittwoch der FC Barcelona bei Paris St. Germain zu Gast.