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Schnelles Ende des EM-Traums

Stürmerin Anja Mittag kann es nicht fassen: Auch im K.o.-Spiel gegen Dänemark hatte das deutsche Team beim Torabschluss große Probleme.
Stürmerin Anja Mittag kann es nicht fassen: Auch im K.o.-Spiel gegen Dänemark hatte das deutsche Team beim Torabschluss große Probleme. FOTO: dpa
Rotterdam. Erstmals überhaupt scheiden die deutschen Fußball-Frauen schon im Viertelfinale aus. Die Partie gegen Dänemark musste wegen Regens verschoben werden. Bundestrainerin Steffi Jones ringt "sehr enttäuscht" nach Worten. Ulli Brünger und Michael Brehme / dpa/jam

Der Blick der sonst stets fröhlichen und zuversichtlichen Steffi Jones ging ins Leere. Sichtlich gezeichnet vom bitteren und unerwartet schnellen Ende des EM-Traums suchte die Bundestrainerin nach dem 1:2 (1:1) im Viertelfinale gegen Dänemark nach Worten und Erklärungen. "Unser Siegeswille war nicht so groß wie der von Dänemark. Natürlich ist die Enttäuschung jetzt sehr groß", sagte Jones am Sonntag in Rotterdam.

Obwohl die deutschen Fußball-Frauen seit 30 Jahren nicht so früh bei einer Europameisterschaft ausgeschieden sind wie nun beim ersten Turnier unter der neuen Bundestrainerin, verschwendet Jones keinen Gedanken daran, ihre Mission voreilig aufzugeben. "Meine eigene Motivation ist da", sagte die 44-Jährige, die weiter auf das auch für den Fall eines vorzeitigen EM-Scheiterns zugesagte Vertrauen der Verbandsführung hofft. "Die Entscheidungsträger sitzen im DFB. Und die werden sicherlich in den nächsten Tagen mit mir zusammensitzen. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht."

Was den Zusammenhalt angeht, ist dem achtmaligen Europameister kein Vorwurf zu machen. Die vorhandene spielerische Qualität zeigte der Olympiasieger von 2016 allerdings im gesamten Turnier kaum. Weder in den drei Gruppenspielen bei dem dürftigen 0:0 gegen die ebenfalls schon im Viertelfinale gescheiterten Schwedinnen, bei dem 2:1 gegen Italien oder dem 2:0 gegen Russland - noch im ersten K.o.-Spiel. Für die deutschen Frauen war es die erst fünfte Niederlage im 47. EM-Spiel.

Zwar gelang Isabel Kerschowski gegen die Däninnen in der 3. Spielminute endlich das erste deutsche Turniertor aus dem Spiel heraus. Aber Sicherheit und Mut gab der von einem groben Schnitzer der Torfrau Stina Petersen begünstige Führungstreffer keineswegs. Im Gegenteil: Es zeigten sich die gleichen Probleme im Passspiel und beim Torabschluss wie in der Vorrunde. Nadia Nadim (49.) und Theresa Nielsen (83.) zerstörten schließlich den Traum vom neunten deutschen EM-Titel.

"Wir haben jegliche Souveränität und Aggressivität vermissen lassen", klagte Steffi Jones deutlich.