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| 01:03 Uhr

Schalkes Meistertraum ist schon geplatzt

Dem FC Schalke 04 drohen die Felle davon zu schwimmen. Bereits nach elf Spieltagen der Fußball-Bundesliga ist nicht nur der mit Millionen-Investitionen in neue Spieler genährte Traum vom ersten Meistertitel seit 1958 fast schon geplatzt. Von Andreas Schirmer

Mit dem 0:1 beim Hamburger SV ist der Abstand zu Spitzenreiter Bayern München auf zehn Punkte angewachsen. Nach dem blamablen Pokal-K.o. in Frankfurt (0:6) und der Schlappe an der Elbe rettete sich Schalkes Manager Rudi Assauer vor dem Champions-League-Spiel heute gegen Fenerbahce Istanbul in Sarkasmus: "Dann holen wir uns halt die dritte Klatsche ab und alle dürfen sich freuen, die es Schalke nicht gönnen, nach oben zu kommen."
Nachdem er seinem Trainer Ralf Rangnick nach dem Pokal-Desaster am Main noch den Rücken gestärkt und seine Profis kritisiert hatte, gab es nun keinen Treueschwur für den Chefcoach des Tabellenvierten mehr. "Wir haben keine Trainerdiskussion, zumindest nicht kurzfristig", sagte Assauer zweideutig.
Dafür schwimmt sein Kollege Thomas Doll weiter auf der Welle des Erfolgs: Optimal in die Gruppenphase des UEFA-Cup gestartet (1:0 gegen ZSKA Sofia), gelungener Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals und Dritter der Punktrunde mit sechs Zählern Vorsprung vor Schalke. "Unser Team hat das Zeug zur Champions League", meinte Mehdi Mahdavikia, der das Tor des Tages für den HSV erzielte.
Dass es aber schon dafür reichen könnte, den Münchnern den Titel streitig zu machen, glaubt Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff nicht: "Auch wenn der HSV schön spielt, sehe ich bei Werder Bremen mehr Potenzial, der größte Konkurrent der Bayern zu sein." Mit dem 4:1 gegen Eintracht Frankfurt hat der Tabellenzweite dies eindrucksvoll unterstrichen.
Wichtige Heimsiege feierten Arminia Bielefeld und der FSV Mainz 05. Die Ostwestfalen landeten beim 4:1 gegen Hannover 96 schon den dritten Erfolg in Serie. Mit dem selben Ergebnis entschieden die Mainzer das Duell mit Schlusslicht 1. FC Nürnberg für sich und verließen die Abstiegsränge.
Einen Tag nach der 1:4-Niederlage beim FSV Mainz 05 hat Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Nürnberg seinen Trainer Wolfgang Wolf entlassen. Der 48 Jahre alte Fußball-Coach sei mit sofortiger Wirkung von seinem Amt beurlaubt worden, teilte Präsident Michael A. Roth nach einer mehrstündigen Krisensitzung gestern mit. Wolf hatte den Club seit Ende April 2003 trainiert und führte den Traditionsclub nach dessen Abstieg in der Saison 2004/05 zurück in die Bundesliga. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.
Der Spitzenreiter aus München hatte einmal mehr viel Dusel und könnte bald zum "FC Ballack" umgetauft werden. Wie im Pokal bei Erzgebirge Aue (1:0) köpfte Michael Ballack beim 2:1 in Köln den Siegtreffer. "Wir freuen uns über den glücklichen Sieg. Das hatte ich mir anders vorgestellt", meinte Bayern-Coach Felix Magath.
Große Enttäuschung herrscht nach der großen Gegenwehr bei den kriselnden Kölnern, die zum sechsten Mal hintereinander verloren. "Die Leistung macht Mut. Das 1:2 ist nur bedingt als Niederlage zu werten", so der angeschlagene Trainer Uwe Rapolder. Wie eine Erlösung war das 3:3 des VfB Stuttgart gegen Hertha BSC für den Schwaben-Trainer Giovanni Trapattoni, der dennoch weiter in der Kritik steht.