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Schafft es die "Gurkentruppe" ins Viertelfinale?

Eine Spreewald-Gurke für die Kampfkraft. Ihren neuen Spitznamen "Gurkentruppe" tragen die Spremberger inzwischen mit Stolz.
Eine Spreewald-Gurke für die Kampfkraft. Ihren neuen Spitznamen "Gurkentruppe" tragen die Spremberger inzwischen mit Stolz. FOTO: Asahi
Spremberg. Asahi Spremberg kann mit einem Sieg in der 1. Judo-Bundesliga noch die Sensation packen – wenn die Konkurrenz mitspielt.

(jal) Den nicht ganz so nett gemeinten Spitznamen "Gurkentruppe" haben die Judoka des KSC Asahi Spremberg von ihrem ersten Auswärtskampf in der 1. Bundesliga bei Judo in Holle mitgebracht. Inzwischen tragen die Männer von Cheftrainer Mike Göpfert diese Bezeichnung mit Stolz vor sich her. Schließlich präsentiert sich der Aufsteiger in seiner allerersten Erstliga-Saison als wackerer Außenseiter, der als "Gurkentruppe" den etablierten Teams ganz schön zu schaffen macht.

Nach der knappen Heimniederlage gegen den UJKC Potsdam ist für die Lausitzer am letzten Wettkampftag sogar noch der Einzug ins Viertelfinale drin. Dafür müssen sich die Spremberger im Fernduell ausgerechnet gegen die Gurken-Freunde aus Holle durchsetzen. Sollte Asahi am Samstag beim bisher punktlosen Tabellenletzten JC 66 Bottrop durchsetzen und gleichzeitig Holle bei der SU Annen Witten nicht über ein Unentschieden hinauskommen, ist der Sprung in die K.o.-Runde drin.

Doch man sollte die sauren Gurken nicht schon vorm Wettkampf verteilen: Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Spremberg und Bottrop gab es vor fast genau zwei Jahren. Damals verloren die Lausitzer mit 4:9. "Wir fahren dort hin, um zu punkten. Unseren Mannschaftsausflug hatten wir ja schon nach Hamburg" sagt Trainer Mike Göpfert schmunzelnd. Dort hatte der KSC einen schlechten Tag erwischt und mit 2:12 verloren. Sorgen bereitet dem Trainerteam abermals die dünne Personaldecke. Der G20-Gipfel spielt dabei eine gewichtige Rolle im Spremberger Team. Einige Athleten müssen als Polizisten in Hamburg für Ordnung und Sicherheit sorgen. Weitere Spremberger sind bei einem Ranglistenturnier in München am Start und von den Verletzten wird keiner rechtzeitig auf die Matte zurückkehren.

Dennoch herrscht im Spremberger Lager Optimismus: "Vergangenes Jahr sind wir auch mit dem sogenannten letzten Aufgebot nach Mönchengladbach gefahren und haben dort die Meisterschaft geholt. Vielleicht können wir diesmal das Viertelfinale klar machen", so Trainer Mike Göpfert.

Für Vereins-Chef Dirk Meyer ist der letzte Wettkampftag eine zweischneidige Sache. Sicherlich wäre der Einzug ins Viertelfinale der 1. Bundesliga der größte Erfolg der Spremberger Judoka. Doch Meyer muss auch die Finanzen im Blick behalten. Er beschreibt: "Gewinnen will ich selbstverständlich genauso wie die Jungs, die am Ende auf der Matte stehen. Aber Druck haben wir deshalb keinen. Ein Viertelfinale wäre sportlich ein Traum, finanziell natürlich eine große zusätzliche Belastung. Also lassen wir uns überraschen."

Also: Alles kann, nix muss. Und sollte Spremberg die Sensation schaffen, dann würden Meyer und seine Mitstreiter doch sicher allzu gern in die saure Gurke beißen und die Kosten für das anstehende Viertelfinale mithilfe der Spremberger Judo-Förderer irgendwie stemmen.