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| 02:39 Uhr

Schadensbegrenzung nach Beben

LHC-Präsident Peter Gronem unterstützt die getroffenen Entscheidungen.
LHC-Präsident Peter Gronem unterstützt die getroffenen Entscheidungen. FOTO: ski1
Cottbus. Beim LHC wurden wegen der Probleme im Nachwuchsbereich jetzt Entscheidungen zur Struktur des Handball-Leistungsstützpunktes in Cottbus getroffen. Wolfgang Swat / wsw1

Unter der Überschrift "Beben erschüttert Cottbuser Handball" hatte die RUNDSCHAU vor einigen Wochen von massiven Problemen im Nachwuchsbereich des LHC Cottbus berichtet. Wegen seit längerer Zeit bestehender Meinungsverschiedenheiten betonte die Vereinsspitze zwar ausdrücklich, dass man weiterhin mit der Sportschule und dem Leistungsstützpunkt Handball kooperieren wolle, eine Zusammenarbeit mit Diane Brucke als Leitende Trainerin allerdings ablehne. Diese ist, wie ihr Kollege Peter Melzer, Lehrertrainer an der Lausitzer Sportschule in Cottbus.

Vorgeworfen wurde Brucke, dass sie sich bereits nach einem anderen Verein außerhalb von Cottbus umgesehen habe, der für den LHC als stützpunkttragender Verein einspringen sollte. Einen Kommentar dazu gab Brucke damals nicht ab. In der Folge der Auseinandersetzung haben sich nach Angaben des LHC 15 Handball-Talente, die überwiegend die Sportschule besuchen, beim Verein abgemeldet.

Inzwischen gab es eine Beratung zwischen dem Potsdamer Sportministerium, dem Olympiastützpunkt, dem Schulleiter des Cottbuser Sportschule und dem Handball-Verband Brandenburg (HVB), um den Schaden für den Leistungshandball in Cottbus zu begrenzen und ihn wieder auf tragbare Füße zu stellen. "Für uns ist es wichtig, dass der Stützpunkt mit seiner langen Tradition in Cottbus erhalten bleibt", versicherte HVB-Präsident Rüdiger Ziemer gegenüber der RUNDSCHAU. Er machte aber auch unmissverständlich klar, dass es den Stützpunkt nicht mehr geben werde, wenn kein sachliches Miteinander gewährleistet ist.

Die Grundlagen für einen Neuanfang seien in der erwähnten Zusammenkunft im Juni geschaffen worden. Dazu gehört, dass Axel Bornemann als Lenkungsstableiter künftig neben Potsdam auch die Verantwortung für den Stützpunkt in Cottbus trägt. Festgelegt ist, dass Diane Brucke künftig die Ausbildungsmannschaften der Klassenstufen sieben und acht und Peter Melzer die der Klassenstufen neun und zehn im Trainingsprozess und im Spielbetrieb leiten. Der Kooperationsvertrag mit dem LHC Cottbus als stützpunkttragender Verein sei umzusetzen mit der Konsequenz, dass alle an der Lausitzer Sportschule aufgenommenen Handballer in den Ausbildungsmannschaften des LHC am Wettkampfbetrieb teilnehmen, unterstrich Ziemer ausdrücklich. Andernfalls würde das Recht auf eine Förderung im Nachwuchsleistungssport verspielt. "Es macht doch keinen Sinn, wenn die Handball-Talente die Cottbuser Sportschule besuchen und in anderen Vereinen spielen", bekräftigte Ziemer unmissverständlich.

Zu der erwähnten Beratung war der LHC nach Angaben von Vereinspräsident Peter Gronem nicht eingeladen. "Wir unterstützen dennoch die dabei getroffenen Festlegungen. Das haben wir auch schriftlich so bestätigt", erklärte Gronem. Der Sportliche Leiter des LHC, Marcel Linge, versicherte, dass für die Nachwuchsspieler, die im Zuge der Auseinandersetzungen ihre Mitgliedschaft beim LHC gekündigt haben, die Türen offenstehen. Der Spielbetrieb sei gewährleistet, alle Nachwuchsteams für die Wettbewerbe gemeldet. Nach Auskunft von HVB-Präsident Ziemer beschäftigt sich das Verbandspräsidium Mitte Juli mit der Umsetzung der Festlegungen.