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| 18:42 Uhr

Turnen
SC Cottbus startet erfolgreich – und feiert

Christopher Jursch startete in ein Wettkampfjahr, in dem es für ihn um die Rückkehr in die Nationalmannschaft geht.
Christopher Jursch startete in ein Wettkampfjahr, in dem es für ihn um die Rückkehr in die Nationalmannschaft geht. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der SC Cottbus Turnen ist erfolgreich ins Wettkampfjahr gestartet. Bereits nach dem ersten Saisonsieg in der Deutschen Turnliga (DTL) wurde am Samstag groß gefeiert – der 25. Vereinsgeburtstag und die glorreiche Club-Historie.

Von Jan Lehmann und Mirjam Danke

Der SC Cottbus Turnen hat am Samstag seinen Auftaktwettkampf in der Deutschen Turnliga (DTL) gewonnen. Die Cottbuser Riege setzte sich in der Lausitz-Arena gegen KTT Heilbronn mit 57:28 (9:1 Gerätepunkte) durch. Bester Cottbuser Turner war Leonard Prügel mit 15 Score-Points (hier geht es zur Statistik der Deutschen Turnliga). Zur Halbzeit hatte es 24:19 gestanden, der Außenseiter aus Heilbronn bot vor einer gut gefüllten Halle ordentlich Paroli – während die Cottbuser noch etwas wackelten. Der Cottbuser Trainer Oleksandr Suprun sagt: „Wir haben an einigen Geräten nicht konzentriert gearbeitet. Aber insgesamt ist es wichtig, dass wir diesen Wettkampf gewonnen haben. Das gibt uns Sicherheit für die nächsten Aufgaben.“

Erst am vierten Gerät konnten sich die Gastgeber etwas absetzen – Igor Radivilov und Leonard Prügel zeigten tolle Sprünge. Mit einer sehenswerten Übung am Barren startete auch Christopher Jursch erfolgreich in ein Wettkampfjahr, in dem es für ihn darum gehen wird, wieder den Anschluss an die Nationalmannschaft zu schaffen.

Der SCC schaffte mit diesem Sieg bereits früh in der Saison einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt, weil in der DTL immer nur eine Mannschaft absteigt. Die Ziele der Lausitzer sind in dieser Saison allerdings höher gesteckt. Nach sechs Jahren Abstinenz beim DTL-Finale wollen die Cottbuser in dieser Saison endlich wieder die Endrunde der besten vier Teams im Dezember in Ludwigsburg erreichen.

Cottbus konnte dieses Mal erst am zweiten Wettkampftag der DTL ins Geschehen eingreifen, weil der Saisonstart der Lausitzer Riege mit dem Auswärtswettkampf beim TV Schwäbisch-Gmünd in den Juni verschoben worden ist. Die Schwaben hatten am ursprünglichen Termin keine freie Halle zur Verfügung.

Für die junge Riege, in der die beiden Gaststarter Igor Radivilov (Ukraine) und Marious Gergiou (Zypern) sichere Punkte sammelten, will endlich das schwere Erbe der goldenen Generation um Sylvio Kroll, Maik Belle, André Hempel oder Karsten Oelsch antreten, die dafür gesorgt hatte, dass der SC Cottbus noch immer deutscher Rekordmeister ist.

Am Samstagabend feierte der SCC mit einem Festakt seinen 25. Geburtstag. Der Verein musste 1993 neu gegründet werden, nachdem der alte SC Cottbus – ein sportartenübergreifendes Relikt aus der DDR-Zeit – wegen der finanziellen Probleme der Cottbuser Handballer aufs Abstellgleis geraten war. Der Arbeit von einzelnen Turn-Enthusiasten wie Bernd Heide, Martin von Hirschhausen oder auch der westdeutschen Turnlegende Eberhard Gienger war es zu verdanken, dass die Turner damals ihre Mannschaft zusammenhalten und weiter gemeinsam Erfolge feiern konnten. Mit Robert Juckel oder Philipp Boy reihten sich später weitere WM-Medaillengewinner in die glorreiche Vereinshistorie ein.

Mit dem Auftaktsieg sorgten nun die aktuellen Cottbuser Turner für eine gute Stimmung bei der abendlichen Feier, zu der sich unter anderem Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) angemeldet hatte. Der Landes-Chef erklärte in seinem Grußwort: „Akrobatische Meisterleistungen sind schon lange ein Markenzeichen der Stadt Cottbus. Weltklasse-Turner, Idole ganzer Generationen sind hier in der Gym-City zu Hause. Die Lausitz-Metropole hat sich als deutsche Turnhauptstadt mit internationalem Ruf entwickelt.“