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Russland will Prügelbilder wie in Marseille vermeiden

Moskau. Prügelnde Fußballfans in den Innenstädten, Massenschlägereien im Stadion: Russland will beim Confederations Cup und der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 solche Bilder wie zuletzt in Frankreich unbedingt vermeiden. Damals hatten russische Hooligans bei der Europameisterschaft 2016 in der Hafenstadt Marseille auf englische Fans eingeprügelt. dpa/noc

Doch das Gewaltproblem ist in Russlands Stadien schon lange bekannt. Russische Hooligans sind berüchtigt: Als radikalste Gruppen gelten Hooligans der Hauptstadtvereine Spartak und ZSKA Moskau, zwischen denen es immer wieder zu organisierten Straßenschlachten mit Dutzenden oder gar Hunderten Beteiligten kommt. Aber auch kleinere Clubs haben gewaltbereite, rechtsex treme Anhänger.

Eine zentrale Figur war Alexander Schprygin, der seit 2007 den von ihm gegründeten Allrussischen Fanverband (WOB) leitete. Ihm werden auch enge Beziehungen zur rechten Szene vorgeworfen. Er war aus Frankreich abgeschoben worden und wurde in Moskau festgenommen, weil er in eine Massenschlägerei verwickelt gewesen sein soll. Dennoch schaut die russische Polizei oft weg - solange die Krawalle außerhalb der Stadien ablaufen.

Doch bei den Großveranstaltungen hat die Regierung ein hartes Durchgreifen angekündigt. Die Gesetzgebung sei angepasst worden, sagte WM-Organisationschef Alexej Sorokin. Russischen Hooligans, die auffällig geworden sind, ist es verboten, zu den Confed-Cup-Spielen und zur WM zu reisen. Medienberichten zufolge stehen 200 bekannte Gewalttäter auf einer schwarzen Liste.

Um der Fangewalt vorzubeugen, machte der Parlamentsvizepräsident Igor Lebedew unlängst einen skurrilen Vorschlag: Hooligan-Kämpfe sollten eine eigene Sportart werden. "Vielleicht kann man den Aggressionen der Fans so eine friedliche Richtung geben", schrieb er in seinem Blog.