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Russland hat gewählt: WM 2018 im Zeichen des Wolfes

Sabiwaka – so heißt der WM-Wolf. Er schlug Katze und Tiger.
Sabiwaka – so heißt der WM-Wolf. Er schlug Katze und Tiger. FOTO: dpa
Moskau. Nach dem Gürteltier "Fuleco" bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien soll nun der Wolf "Sabiwaka" die Fußballwelt durch die nächste WM führen. Russland hofft damit auf ein neues Markenzeichen wie den inzwischen legendären Olympia-Bären "Mischa". dpa/jam

Das Maskottchen der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland ist ein Wolf. Er solle "Sabiwaka" heißen, sagte Vizeministerpräsident und Fußballverbandschef Witali Mutko. In einer bunten Show im russischen Staatsfernsehen kürte das Organisationskomitee am späten Freitagabend in Moskau den Sieger einer Internet-Abstimmung, an der mehr als eine Million Fußballfans teilgenommen hatten.

Dabei hatten die Fans die Wahl zwischen dem Wolf, einer Katze und einem Tiger im Raumfahreranzug. Mit deutlicher Mehrheit entschieden sich 52,8 Prozent der Fans für den Wolf. Die Katze kam auf 20,4 Prozent, der Tiger auf 26,8.

"Er ist flauschig und hat wirklich nette Augen", sagte die Schöpferin Jekaterina Botscharowa über ihren Wolf. "Ich habe einen Hund zu Hause. Der Wolf ähnelt ihm ein bisschen", meinte die Design-Studentin aus Tomsk in Sibirien in der Sendung im Stil einer Late-Night-Show.

Mit seiner breiten Sportbrille und den Dribbelkünsten, die der Wolf im offiziellen "Bewerbungs clip" an den Tag legt, erinnert er ein wenig an den früheren niederländischen Mittelfeldstar Edgar Davids (43). Davids' Markenzeichen auf dem Platz war lange eine orange gefärbte Brille, die er zum Schutz seiner Augen trug.

Trotz des klaren Votums für den Wolf gingen in der russischen Öffentlichkeit die Meinungen auseinander. Für den Künstler Wiktor Tschischikow, der den berühmten Braunbär "Mischa" (Kosename "Mischka") als Maskottchen für die Olympischen Spiele in Moskau 1980 entworfen hatte, war die Katze der Favorit. Katzen seien die Helden russischer Märchen. "Die Katze - das ist unsere Folklore", sagte er der Agentur Tass vor der Bekanntgabe des Siegers. Der brasilianische Weltstar und Ex-Profi Ronaldo (40) stand Pate bei der Kür.

Der Wolf solle ins nationale Gedächtnis eingehen wie damals "Mischa" bei den Olympischen Spielen, so Fußball-Chef Mutko. Im Werbeclip zur Vorstellung von "Sabiwaka" hieß es: "Keiner ist schneller." Die Animation endet mit einem Wolfsheulen.