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| 13:35 Uhr

Kommentar zum Großen Preis von Cottbus
Aufarbeitung geht nur individuell

FOTO: Hammerschmidt Frank / Frank Hammerschmidt
Cottbus. Der Große Preis von Deutschland in Cottbus findet statt - trotz des schweren Unfalls von Olympiasiegerin Kristina Vogel. RUNDSCHAU-Sportreporter Frank Noack erklärt in seinem Kommentar warum diese Entscheidung schwierig, aber nachvollziehbar ist. Von Frank Noack

Die Radsport-Welt steht unter Schock – und nicht nur sie: Nach dem schweren Trainingsunfall von Olympiasiegerin Kristina Vogel wird wahrscheinlich nichts mehr so sein, wie es einmal war. Alle Beteiligten werden Monate, wahrscheinlich Jahre brauchen, um die schrecklichen Bilder zu verarbeiten, die sie am Dienstag auf der Radrennbahn in Cottbus sehen mussten. Vor allem aber hat Kristina Vogel – das fast immer lächelnde Gesicht des Bahnradsports – in diesen schweren Stunden all unsere Anteilnahme verdient.

Die Entscheidung, dass der Große Preis von Deutschland am Freitag und Samstag trotzdem stattfindet, wird durchaus kontrovers diskutiert. Es war zweifellos eine der schwierigsten Entscheidungen, die der RSC Cottbus und Bundestrainer Detlef Uibel jemals zu treffen hatten. Die Begründung, man sehe die Wettkämpfe als Chance für die Beteiligten, das Geschehen zu verarbeiten, ist nachvollziehbar. Denn so tragisch dieser Unfall auch ist – es muss weitergehen, irgendwie.

Den Sportlern ist dabei ausdrücklich freigestellt ist, ob sie nur drei Tage nach dem Unfall an den Start gehen. Oder eben nicht, weil sie sich dazu nicht in der Lage fühlen. Und diese Wahl sollten die Trainer den Sportler auch wirklich geben! Jeder muss für sich ganz allein entscheiden können, welchen Weg er bei der Verarbeitung geht - auch wenn beim Wettkampf in Cottbus wichtige Ranglisten-Punkte für das jeweilige Land vergeben werden.

Trotzdem: Nichts wäre fataler, als Sportler am Freitag auf die Bahn zu schicken, die im Kopf überhaupt nicht bereit dazu sind. Welche katastrophalen Folgen selbst die kleinste Unaufmerksamkeit bei der hohen Geschwindigkeit haben kann, hat der Zusammenprall von Kristina Vogel mit einem anderen Fahrer schmerzhaft gezeigt.

Dieser Preis wäre einfach zu hoch für den Großen Preis.