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Rückschlag für Cottbuser Jursch im Kampf um Rio

Die Olympia-Qualifikation geht für Christopher Jursch nur noch über eine herausragende Reckübung.
Die Olympia-Qualifikation geht für Christopher Jursch nur noch über eine herausragende Reckübung. FOTO: dpa
Kienbaum. Der Cottbuser Nationalmannschaftsturner Christopher Jursch muss einen Rückschlag im Kampf um eines der begehrten Tickets für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro hinnehmen. Der 23-Jährige wurde nicht für den entscheidenden Qualifikationswettkampf an der Copacabana nominiert. Auch beim 40. Turnier der Meister in Cottbus in dieser Wochen wird er nun nicht starten. Jan Lehmann

Eigentlich sollte es am Donnerstag noch einen weiteren internen Wettkampf um den letzten Startplatz für die Mannschaftsqualifikation in Rio de Janeiro geben. Doch nachdem Deutschlands Vorturner Fabian Hambüchen wie befürchtet wegen seiner Schulterverletzung abgesagt hat, wurde im Bundesleistungszentrum in Kienbaum bereits zu Ostern entschieden: Christopher Jursch ist nicht für Rio nominiert, das bestätigte dessen Heimtrainer Karsten Oelsch am Montag auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Stattdessen fährt der Chemnitzer Ivan Rittschik als sechster Mann gemeinsam mit Weltcupsieger Andreas Bretschneider und dem Olympia-Zweiten Marcel Nguyen sowie Lukas Dauser, Philipp Herder und Andreas Toba im April nach Brasilien, um dort mit der deutschen Riege einen der letzten vier Mannschaftsstartplätze für die Spiele zu erturnen. Als Ersatzmann wird der Wetzgauer Helge Liebrich ebenfalls mit an die Copacabana fliegen.

Die Entscheidung für Rittschik ist nachvollziehbar, weil Bundestrainer Andreas Hirsch so die deutsche Mannschaft am Pauschenpferd stärkt. Für Christopher Jursch geht der Weg zu den Olympischen Spielen in diesem Sommer nur noch über das Königsgerät Reck. Dort arbeitet der 23-Jährige laut Trainer Oelsch nun an einer Übung mit dem Ausgangswert 7,0. Wenn er die sauber im Wettkampf durchbringt, könnte ihn das rein rechnerisch in Rio bis ins olympische Reckfinale bringen. Ein Argument, das Bundestrainer Hirsch bei der endgültigen Nominierung für den deutschen Olympiakader - eine erfolgreiche Qualifikation vorausgesetzt - womöglich zum Umdenken bringen könnte. Bisher scheint er jedenfalls nicht gesteigerten Wert auf die Dienste von Christopher Jursch zu legen. Schon bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft im Oktober 2015 in Glasgow hatte der Berliner kurzfristig im Mannschaftswettkampf auf Jursch verzichtet.

Der Cottbuser indes muss sich jetzt auch andere Ziele machen. Weil eine Teilnahme beim 40. Turnier der Meister ab diesem Donnerstag in Jurschs Heimatstadt Cottbus für den Trainingsaufbau ungelegen kommt, peilt der Bundesliga-Turner des SC Cottbus nun einen Start bei der Turn-EM in Bern (25. bis 29. Mai) an. Die Deutsche Meisterschaft am 25. Juni in Hamburg ist dann die erste interne Olympia-Qualifikation, der zweite Wettkampf findet am 9. Juli in Frankfurt am Main statt. Bis dahin muss die Reckübung mit der 7,0 stehen - sonst ist der Olympiatraum für Jursch geplatzt.

Beim 40. Turnier der Meister in der Cottbuser Lausitz-Arena (31. März bis 3. April) treten für Deutschland nun Marcel Nguyen (Reck, Barren), Andreas Toba (Reck, Sprung), Lukas Dauser (Barren, Sprung), Waldemar Eichhorn (Pferd), Ivan Rittschik (Pferd) und Helge Liebrich (Boden, Ringe) an.