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| 16:49 Uhr

Radsportlerin aus Forst fährt auf Platz drei
Romy Kasper jubelt über ihre erste EM-Medaille

 Romy Kasper aus Forst ist zufrieden mit Platz drei.
Romy Kasper aus Forst ist zufrieden mit Platz drei. FOTO: Augenklick / ROTH/AUGENKLICK
Forst. Bei der Derny-EM in Italien gewinnt Radsportlerin Romy Kasper aus Forst ihre erste internationale Medaille. Dabei musste sie sich ganz schnell von der Straße auf die Bahn umstellen. Von Frank Noack

Die Vorbereitungszeit für diese Umstellung von der Straße auf die Bahn war wie immer kurz – Romy Kasper aus Forst hat sie gemeistert und belohnte sich mit ­ihrer ersten internationalen Radsport-Medaille: Bei der erstmals ausgetragenen Derny-EM in ­Italien gewann die 31-Jährige am Mittwochabend Bronze. „Ich habe zuvor mehrere harte Straßenrennen absolviert und hatte nur eine kurze Erholungszeit. Ich war mir nicht ­sicher, wie gut meine Beine sind. Deshalb bin ich mit Platz drei absolut zu­frieden“, erklärt Kasper.

Im italienischen Pordenone sorgte Marta Cavalli nach 75 Runden für einen Gastgeber-Sieg. Cavalli ist auch amtierende Straßen­meisterin Italiens. Auf Platz zwei fuhr die Niederländerin Marit Raaijmakers vor Romy Kasper mit Schrittmacher Peter Bäuerlein im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Die zweite Deutsche in diesem Wettbewerb, Ricarda Bauernfeind, wurde am Ende Vierte.

Die drei Topfahrerinnen hatten sich in der Schlussphase des EM-Rennens von der Konkurrenz abgesetzt und machten die Podiumsplätze unter sich aus. „Mit etwas mehr Erholung im Vorfeld wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. Unter diesen Umständen habe ich das Bestmögliche raus­geholt. Es hat alles gut funktioniert“, erklärt Kasper.

Am Mittwochmorgen saß die Forsterin erstmals nach langer Zeit wieder auf einem Bahnrad. Unter dem Dach fuhr sie zuletzt im März 2018 bei der Weltmeisterschaft im niederländischen Apeldoorn. Nach nur einer Trainingseinheit auf der Bahn fuhr Romy Kasper in Pordenone in Norditalien im Vorlauf auf Rang drei.

Entgegen kam ihr die Tatsache, dass die Titelkämpfe auf einer 400 Meter langen Betonbahn ausgetragen wurden. Der Belag und die Länge erleichtern den Umstieg von der Straße auf die Bahn. Mit Elena Cecchini (Italien) schied in diesem Vorlauf bereits eine der Favoritinnen aus.  Am Abend im Finale schaffte Kasper dann den Sprung auf das Podium.

„Ich freue mich besonders über diese Medaille und den vierten Platz, weil sie uns niemand zugetraut hat. Die beiden Mädels haben mit ihren Schrittmachern ein sensationelles Rennen gefahren“, freute sich Mario Vonhof, Beauftragter für Steher- und Derny-Sport im Bund Deutscher Radfahrer (BDR).

Nach ein paar Tagen zu Hausegeht es für Romy Kasper in der übernächsten Woche auf der Straße weiter. Sie fährt unter anderem die Europameisterschaft in Alkmaar (Niederlande) und sowie Rennen in Schweden und Norwegen. Danach kehrt Kasper auf die Bahn zurück – beim Europa-Kriterium in ihrer ­Heimatstadt Forst am 31. August und 1. September. Unter Vertrag steht Romy Kasper beim Profiradteam Alé Cipollini. Doch auch der PSV Forst liegt ihr nach wie vor sehr am Herzen.

Zumal die Lokalmatadorin im vergangenen Jahr beim Europa-Kriterium aufgrund von mehreren schweren Stürzen passen musste. Diesmal soll es unbedingt mit dem Start bei ihrem Heimrennen klappen. „Wir freuen uns auf Romy“, teilte der PSV bereits unmittelbar nach dem Gewinn der EM-Bronzemedaille in Italien mit.

 Romy Kasper (2. v.l.) holt EM-Bronze mit ihrem Schrittmacher Peter Bäuerlein (l.). Ein Lob gab es von Bundestrainer Mario Vonhof (M.).
Romy Kasper (2. v.l.) holt EM-Bronze mit ihrem Schrittmacher Peter Bäuerlein (l.). Ein Lob gab es von Bundestrainer Mario Vonhof (M.). FOTO: Mareike Engelbrecht