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| 17:59 Uhr

Leichtathletik
Sechs Stunden lang im Kreis herum

Robert Kubisch, deutscher Vize-Meister über 50 Kilometer, läuft jetzt erstmals sechs Stunden lang.
Robert Kubisch, deutscher Vize-Meister über 50 Kilometer, läuft jetzt erstmals sechs Stunden lang. FOTO: Michael Helbig
Cottbus/Hoyerswerda. Der Cottbuser Robert Kubisch nimmt am Samstag am Ultralauf in Hoyerswerda teil. Von Mirjam Danke

Halbmarathon oder Marathon, das reicht ihm längst nicht mehr. Auch den ersten Ultralauf über 50 Kilometer hat er schon gemeistert, nun hat Robert Kubisch die nächste herausfordernde Laufdistanz im Blick. Der Cottbuser steht an diesem Samstag an der Startlinie des Sechs-Stunden-Laufs in Hoyerswerda, veranstaltet vom Lauftreff Lausitz.

Sechs Stunden lang ununterbrochen laufen, von 11 bis 17 Uhr. Robert Kubisch schreckt das nicht. „Für mich ist das nach den 50 Kilometern der nächste Schritt auf dem Weg zum 100-Kilometer-Lauf“, sagt er nüchtern. „Ich will einfach Erfahrungen sammeln.“ Die 100 Kilometer sind das große Ziel des 27-Jährigen, der vor einigen Wochen in Ebershausen bei Ulm mit der Silbermedaille bei den deutschen Meisterschaften über 50 Kilometer auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Auch der Lauf in Hoyerswerda ist als Deutsche Meisterschaft der Deutschen Ultramarathon Vereinigung (DUV) ausgeschrieben. Ob Kubisch auch hier auf Anhieb aufs Siegertreppchen laufen kann, ist völlig offen. Ein Wettkampf über sechs Stunden – das ist selbst für einen leidenschaftlichen Läufer wie ihn völliges Neuland. „Bis zu vier Stunden bin ich im Training schon gelaufen“, erzählt Kubisch. „Doch ab da wird es dann interessant. Ich bin gespannt, wie der Körper darauf reagiert.“

Gespannt ist auch Dietmar Bittermann, der Kubisch im Verein Kimbia Sports zur Seite steht. „Es wird sicher ein lehrreiches Rennen“, sagt Bittermann. „Man weiß nicht, wie dramatisch es bei diesen Temperaturen über die Bühne geht. Die Energiebereitstellung wird eine große Rolle spielen.“

Tatsächlich sind für Hoyerswerda am Samstag Temperaturen von bis zu 31 Grad vorhergesagt. „Ich plane, viel zu trinken“, sagt Robert Kubisch, „und in regelmäßigen Abständen Riegel und Gels oder ähnliches zu essen, da hat ja jeder so sein Geheimrezept.“

Der Cottbuser peilt ein Lauftempo von 4:20 bis 4:30 Minuten pro Kilometer an. Zum Vergleich: Bei seinem letzten Marathonlauf (42,195 Kilometer) in Hamburg waren es etwa 3:40 Minuten. 2:36:46 Stunden benötigte er dort. Eine Zeit von 3:07:20 Stunden war es bei seinem 50-Kilometer-Lauf. Nun also sechs Stunden. Am Ende wird Kubisch vermutlich um die 80 Kilometer gelaufen sein.

Die werden in Hoyerswerda übrigens am Lausitzbad auf einem 925 Meter langen Rundkurs absolviert. Sechs Stunden lang immer im Kreis laufen – wird das nicht furchtbar langweilig werden? Robert Kubisch reizt das eher. „Das ist natürlich eine der Schwierigkeiten dieses Wettbewerbs – sich bei Laune zu halten“, sagt er und betont: „Monotonie muss man trainieren.“

Der 27-Jährige fühlt sich jedenfalls gerüstet für diesen besonderen Lauf. „Das ist doch ein schöner Abschluss der Frühjahrssaison“, erklärt er grinsend. Auch Trainer Bittermann ist trotz aller Unwägbarkeiten guter Dinge, was seinen Schützling angeht: „Der zieht das durch.“