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Rekorde purzeln beim Spreewald-Marathon

Erster Start, erster Sieg: Markus-Kristan Siegler gewann bei seinem Spreewald-Debüt den Marathon. Foto: Michael Helbig/mih1
Erster Start, erster Sieg: Markus-Kristan Siegler gewann bei seinem Spreewald-Debüt den Marathon. Foto: Michael Helbig/mih1 FOTO: Michael Helbig/mih1
Burg. Der Spreewald erlebte ein Wochenende der Rekorde: Mit mehr als 8500 Startern von Freitag bis Sonntag gab es wie erwartet eine neue Bestmarke bei der mittlerweile 9. Auflage des Spreewald-Marathons, der Sportler aus ganz Deutschland in die Region lockte. Der Sieg in der „Königsdisziplin“ über die 42,195 Kilometer ging an Markus-Kristan Siegler vom TB Erlangen. Lokalmatador Frank Adam dominierte einmal mehr die Skatingwettbewerbe. Von Frank Noack undSybille von Danckelmann

„Saustark!“ Der fränkische Jubelschrei von Marathon Sieger Markus-Kristan Siegler aus Erlangen war sozusagen das Programm für die drei Rekord-Tage im Spreewald. Denn auch der Chef-Organisator Hans-Joachim Weidner konnte einen neuen Rekord vermelden. Nach 7795 Teilnehmern im Vorjahr knackten Weidner und sein Team nun erstmals die 8000-er Marke. Mehr als 8500 Starter meldeten sich für die insgesamt 32 Disziplinen im Laufen, Skaten, Radeln, Walken, Wandern und Paddeln. „Wir sind sehr zufrieden. Die tolle Resonanz ist für uns eine Bestätigung der Arbeit“, sagte Weidner, der nicht nur den Sportlern, sondern auch seinen vielen Helfern an der Strecke ein Lob zollte: „Die Helfer werden immer besser.“

Besonders bejubelt wurde am Sonntagnachmittag im Ziel vor der Grundschule in Burg natürlich der Marathon-Gewinner Markus-Kristan Siegler. Gleich bei seinem ersten Start im Spreewald holte sich der Franke den Sieg über die 42,195 Kilometer. Er kam nach 2:40:40 Stunden ins Ziel. „Das ist für mich persönlich eine neue Bestzeit“, freute sich Siegler. Er setzte sich nach verhaltenem Start souverän gegen Torsten Hentschel (Zittau/2:46:13) und Rene Große (Sondershausen/2:50:30) durch.

Bei den Frauen holte sich Inge Raabe (Skiclub Remscheid) nach 3:17:59 Stunden den Sieg. Sie verwies Kathrin Schroetke (Hamburg/3:19:27) und Ute Christina Deters (Eversten/3:24:47) auf die weiteren Podestplätze. Den Burger Halbmarathon gewann Hannes Hähnel vom LC Cottbus in 1:10:37 Stunden.

Erfolgreichster Starter des Spreewald-Marathons war jedoch Lokalmatador Frank Adam aus Kolkwitz. Im Trikot des TSSC Erfurt wurde er erneut seinem Ruf als „Skater-König“ gerecht. Wie im Vorjahr gewann Adam Marathon, Halbmarathon und das Einzelzeitfahren über acht Kilometer. Dass er auf allen drei Distanzen knapp seine Streckenrekorde verfehlte, war für den „Skater-König“ kein wirkliches Pro blem. „Das ist nicht so wichtig, die Plätze sind wichtiger“, erklärte Adam, als er am Sonntagmittag das alkoholfreie Feierabend-Bier genoss.

Den Sieg über die Marathon-Distanz nach 1:11:54 Stunden holte sich Adam mit deutlichem Vorsprung (siehe zum Thema). Gegen Spreewald-Marathon-Neuling Christian Kraus vom ISC Regensburg und seinen Dauerrivalen Heiko Klipstein vom SCC Berlin sorgte er schon fünf Kilometer vor dem Ziel für klare Verhältnisse.

Nicht nur die obligatorischen Gurken-Medaillen, sondern auch schon die Startplätze waren beim Rad-Einzelzeitfahren am Freitag begehrt. Hier mussten die Organisatoren vorzeitig die Startlisten schließen. Den Sieg holte sich Markus Deiter aus Bad Münder (10:59 Minuten) vor dem Cottbuser Nico Heßlich (11:05). Beim Einzelzeitfahren der Skater benötigte Frank Adam 13:48 Minuten für die acht Kilometer zwischen der Touristinfo in Straupitz und dem Wendepunkt an der Buschmühle. Alle Skater mussten auf der Rücktour mit heftigem Gegenwind kämpfen.

Auch die Radsportler trugen zum Rekord-Wochenende im Spreewald bei. Lübben machte dabei am Samstag seinem Ruf als Zweirad-Hochburg wieder alle Ehre. Laut Cheforganisator Georg Schaper gingen insgesamt 3425 Radler an den Start. Das sind etwa 350 Teilnehmer mehr als im vergangenen Jahr.

Zum Thema:

Siegrezept von „Skaterkönig“ Adam: „Sprint vermeiden“Drei Starts, drei Siege: Lokalmatador Frank Adam avancierte auch diesmal wieder zum „Skaterkönig“ im Spreewald. Vor allem der 42,195 Kilometer lange Marathon am Samstag war ganz nach seinem Geschmack: Stimmung machende Zuschauer, milde Temperaturen, kaum Wind und zwei starke Konkurrenten, mit denen er sich auf der ersten Runde absetzen konnte. In der letzten Runde flitzte Adam dann unwiderstehlich los und machte den Sieg perfekt. „Ich versuche immer, Zielsprints zu vermeiden“, beschreibt er sein Siegrezept. Die Gefahr eines Sturzes auf den letzten Metern sei ihm zu hoch, betont Adam.