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| 02:46 Uhr

Rebensburg sieht sich als Jägerin

Viktoria Rebensburg geht locker in den Riesentorlauf an diesem Dienstag. Maria Höfl-Riesch traut ihr einen Podestplatz zu.
Viktoria Rebensburg geht locker in den Riesentorlauf an diesem Dienstag. Maria Höfl-Riesch traut ihr einen Podestplatz zu. FOTO: dpa
Krasnaja Poljana. Neun der letzten zehn Einzelmedaillen bei den deutschen Alpin-Damen gehen auf das Konto von Maria Höfl-Riesch. Im Riesenslalom besteht die größte Chance für eine Andere: Trotz ihres Olympiasieges 2010 sieht sich Viktoria Rebensburg aber als Jägerin. Christian Kunz und Maximilian Haupt

Eines wird Viktoria Rebensburg nicht wieder passieren. Dass Papa und Mama wie vor vier Jahren während des entscheidenden Laufs zu Olympia-Gold im Flieger sitzen. "Meine Eltern sind nicht da", erklärte Rebensburg vor der Riesenslalom-Entscheidung an diesem Dienstag. "Sie haben sich entschlossen, alles von zu Hause aus zu verfolgen."

Weil die kuriose Riesenslalom-Entscheidung bei den Winterspielen von Vancouver vor vier Jahren wegen Nebels um eine Nacht vertagt werden musste, waren die Eltern schon auf dem Heimweg. Rebensburg fuhr von Rang sechs zu Gold. Die Eltern fehlen diesmal, dagegen erinnerte das Wetter in den Bergen von Krasnaja Poljana einen Tag vor dem Riesentorlauf an die Bedingungen von 2010: dichter Nebel. Und noch etwas war ähnlich: Nach langer Krankheitspause ist die 24-Jährige sicher nicht die Favoritin.

"Ich sehe mich jetzt schon ein bisschen in der Jägerrolle, weil die Saison anders verlaufen ist, als sie begonnen hat", berichtete Rebensburg bei den Winterspielen an der Seite von Höfl-Riesch. Die Vorzeigefahrerin der deutschen Alpinen liefert beständig, neun der vergangenen zehn Einzelmedaillen bei Großereignissen gehen auf ihr Konto. Nur Rebensburg steuerte auch eine Plakette bei - und soll das nach Wünschen von Chefcoach Thomas Stauffer auch diesmal tun. Als Dritte Deutsche am Start: Olympia-Debütantin Barbara Wirth.

"Es ist klar, dass eine Vicky und eine Maria da schon eine Medaillenchance haben. Da sind wir sicher im erweiterten Favoritenkreis", erklärte Stauffer. "Aber auf diesem Hang ist der Favoritenkreis ein bisschen größer als in einem normalen Rennen." Für die zweimalige Kugel-Gewinnerin Rebensburg ist das Rennen an diesem Dienstag (6.30 und 10 Uhr/MEZ) nach ordentlicher Abfahrt und verpasster Super-G-Chance die größte Gelegenheit auf das Podest.

"Ich habe aber keine großen Erwartungen. Ich möchte gut Skifahren und fehlerfrei ins Ziel kommen", sagte Rebensburg, der wegen einer Lungenentzündung "einfach zwei Monate Training fehlen". Die zehnmalige Weltcup-Gewinnerin war in diesem Winter zeitweise mehr damit beschäftigt, wann sie welche Pille nehmen muss oder wann der nächste Arzttermin ansteht als mit der Trainingsplanung. Statt Ski, Helm und Stöcke hieß es "Bett, Couch und Tee".

Rechtzeitig vor Olympia kehrte sie aber zurück in den Weltcup. Zu einem Top-Platz reichte es aber nicht mehr. Für Höfl-Riesch bleibt Rebensburg dennoch eine Kandidatin für das Podest. "Sie ist auf jeden Fall eine, die in die Top 3 fahren kann", sagte die 29-Jährige. Nach ihren zwei eigenen Medaillen in Sotschi will Höfl-Riesch "einfach nur noch genießen".