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DTM
Rast rast überraschend zum Titel

Damit war kaum zu rechnen: René Rast aus Minden holte in seiner ersten vollen DTM-Saison den Gesamtsieg.
Damit war kaum zu rechnen: René Rast aus Minden holte in seiner ersten vollen DTM-Saison den Gesamtsieg. FOTO: dpa
Hockenheim. Überraschungs-Champion René Rast brüllte in den Boxenfunk und wusste überhaupt nicht, wohin mit seinen Emotionen für den ersten DTM-Titel. "Jaaaaaaa, jaaaaaaa, jaaaaaaa", rief der 30 Jahre alte Familienvater aus Minden nach einem engen Rennen, als das Feuerwerk noch in den Himmel schoss. Maximilian Haupt

"Emotionen pur. Vielen Dank an alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben", sagte er später in der ARD. Als Zweiter hinter Tagessieger und Vorjahresmeister Marco Wittmann im BMW belohnte sich Rast für seine Aufholjagd und fing den DTM-Oldie Mattias Ekström noch ab. Der Schwede kam nicht über Rang acht hinaus. Aus elf Punkten Vorsprung wurden so im letzten Saisonrennen auf dem Hockenheimring noch drei Punkte Rückstand.

Ob der Schwede auch in der kommenden Saison mit dann 40 Jahren einen weiteren Versuch unternimmt, den dritten Titel nach 2004 und 2007 zu gewinnen, ist offen. Eine Strafe aus dem Samstags-Rennen und insgesamt zu wenig Speed kostete den Top-Favoriten am Ende noch alles. Rast dagegen nutzte die Chance, in seiner ersten vollen DTM-Saison gleich seine ganze Klasse zu demonstrieren - was ihm kaum jemand zugetraut hatte. Der Lohn: Als erster Fahrer bekam er den auch von Fans neu gestalteten DTM-Pokal für den Meister.

Am Start war die Ausgangssituation klar: Als Zweiter der Qualifikation musste Rast seine Position nur verteidigen - und hätte den Titel sicher. Zu weit hinten waren seine Audi-internen Konkurrenten Ekström, Jamie Green und Mike Rockenfeller. Doch für den Quasi-Rookie, der früher nur als Ersatzfahrer in der DTM aktiv war, lief an der Startampel einiges schief. Am Ende der ersten Runde war er bereits auf den fünften Platz zurück gefallen - und Ekström war trotz Rang 15 zu diesem Zeitpunkt der virtuelle Meister. Mit einem Punkt Vorsprung. Nach fünf Runden schob sich Rast auf den vierten Platz - und holte sich seinerseits mit einem Zähler mehr den virtuellen ersten Rang.

Die Titelkandidaten blieben lange auf der Strecke und fuhren mit dem ersten Satz Reifen Runde um Runde. Ekström und Green pflügten begünstigt durch die Stopps der anderen Fahrer durchs Feld und erhöhten den Druck auf Rast mehr und mehr. Die Zuschauer auf den gut gefüllten Tribünen sahen bei strahlendem Sonnenschein ein Nervenkitzel-Rennen - mit dem besten Ende für Rast. Für DTM-Chef Gerhard Berger war die Spannung ein dringend benötigtes Geschenk zum Saisonabschluss.