| 02:39 Uhr

Rang drei zum Start für "brutales Rennpferd"

Obwohl der Körper hier und da zwackt, fuhr Felix Neureuther zu Beginn der WM-Saison beim Riesenslalom in Sölden auf Platz drei.
Obwohl der Körper hier und da zwackt, fuhr Felix Neureuther zu Beginn der WM-Saison beim Riesenslalom in Sölden auf Platz drei. FOTO: dpa
Sölden. Die WM-Saison ist eröffnet – und Felix Neureuther gelang der beste Start seiner Karriere. Noch nie stand er in Sölden auf dem Podest, am Sonntag wurde er Dritter. Für eine weitere Überraschung sorgte Benedikt Staubitzer. Zwei andere dagegen patzten. Maximilian Haupt und Manuel Schwarz

Zumindest bei der Siegerehrung war Felix Neureuther in Sölden der Schnellste. Marcel Hirscher und der überragende Sieger Alexis Pinturault nestelten am Sonntag noch am Verschluss, da hatte der beste deutsche Skirennfahrer seine Sektflasche für den unerwarteten dritten Rang im ersten Riesenslalom des WM-Winters schon geöffnet.

"Ich bin heute mit dem dritten Platz echt so dermaßen zufrieden. Das hätte ich wirklich nicht gedacht im Vorfeld", sagte Neureuther nach seinem ersten Podestplatz. Der Start in die Saison konnte kaum besser ausfallen für den deutschen Rekordchampion im Weltcup. "Ich freu' mich wirklich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr."

Am Ende fehlten ihm 1,37 Sekunden auf den Franzosen Pinturault und 0,67 Sekunden auf den fünfmaligen Gesamtweltcupsieger Hirscher aus Österreich. "Im Vergleich zum letzten Jahr bin ich dieses Jahr um einiges näher dran. Das ist schon mal was absolut Positives", sagte Neureuther zum Rückstand auf die beiden besten Riesenslalom-Fahrer der Branche, nachdem er sofort die Norm für die Ski-WM erfüllt hatte. "Felix ist halt ein brutales Rennpferd. Der hat ein unheimliches Gefühl für das, was er macht", lobte Alpinchef Wolfgang Maier.

Weil zudem Benedikt Staubitzer mit Rang zwölf das zweitbeste Resultat seiner Weltcup-Karriere gelang, war Maier insgesamt sehr zufrieden mit dem Saisonstart. Staubitzer schaffte zudem die halbe WM-Norm und braucht nur noch ein weiteres Top-15-Ergebnis.

An der positiven Bilanz änderten auch die Resultate von Stefan Luitz und Fritz Dopfer nichts. Luitz rutschte nach einem vielversprechenden fünften Rang nach dem ersten Lauf noch bis auf Platz 19 zurück. "Das nagt schon sehr und nervt mich", sagte er. Dopfer, dem 2014 mit Rang zwei der erste Podestplatz für einen DSV-Fahrer überhaupt in Sölden gelungen war, wurde nur 27. "Der zweite Lauf war ein Rückfall in alte Muster", befand er.

Dass Dominik Schwaiger auf Rang 33 die Qualifikation für das Finale verpasste, war zwar ärgerlich, aber nicht tragisch. Linus Straßer hatte es mit seiner hohen Startnummer jenseits der 70 im Riesenslalom ohnehin schwer und bekommt beim ersten Slalom in Levi in drei Wochen die erste realistische Chance auf einen Erfolg.

Kampf um Slalom-Kugel

Da will Neureuther mit einem guten Ergebnis die Grundlage legen, um ein weiteres Mal um die Slalom-Kugel kämpfen zu können. "Ich habe noch nicht so viel Slalom trainiert. Das ist, was ich in den nächsten Wochen tun muss", sagte er.

Bis dahin hat er auch Zeit, die noch offenen Fragen bei der Wahl des richtigen Skis zu beantworten und sich um seinen Körper zu kümmern. Der zwackte offenbar mal wieder, auch wenn Neureu ther darauf nicht näher eingehen wollte. Sein Servicemann und sein Physiotherapeut hätten allerdings "beide ihre Wunderhände spielen lassen. Der eine bei den Skiern, der andere bei meinem Körper".

Zum Thema:
Bei den Frauen hat die Schweizer Skirennfahrerin Lara Gut das Auftaktrennen der Weltcup-Saison gewonnen. Beim Riesenslalom in Sölden war die Gesamtweltcupsiegerin des vergangenen Winters 1,44 Sekunden schneller als die Amerikanerin Mikaela Shiffrin auf Rang zwei. Einen größeren Vorsprung gab es in einem Weltcup-Riesenslalom bei den Frauen zuletzt vor zwölf Jahren. "Hammer", befand Mikaela Shiffrin. Die Italienerin Marta Bassino auf Platz drei hatte bereits 1,93 Sekunden Rückstand auf die Schweizerin Gut. Lena Dürr kam am Samstag auf Position 21. Katrin Hirtl-Stanggaßinger verpasste in ihrem ersten Weltcup-Rennen das Finale.