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| 02:40 Uhr

Rainer Gatzke – der Trainerberuf siegte über die Wissenschaft

Cottbus. Selbst einmal die Tour de France zu fahren – davon hat Rainer Gatzke ganz sicher als junger Rennfahrer geträumt. Die Faszination Radsport zog Spreewälder, der an diesem Dienstag 60 Jahre alt wird, schon in früher Jugend in den Bann. Christian Taubert

Bei der BSG Lokomotive Lübben fuhr er unter Trainer-Legende Eberhard Pöschke Rennen - von der Jugend bis in den Männerbereich.

Doch mit seinem Einser-Abitur sollte er auf Anraten der Eltern mehr machen, als "nur" in die Pedale zu treten. So absolvierte er an der TU Dresden ein Mathematik/Physik-Studium. Die Angebote für den Best-Studenten waren danach vielfältig.

Sich gegen den Radsport zu entscheiden, das kam für Gatzke jedoch nicht infrage. So trainierte er zunächst beim SC Cottbus den Radsport-Nachwuchs, um zwischenzeitlich doch eine Lehrtätigkeit an der Cottbuser Universität anzunehmen. Das Hintertürchen, doch noch Sport zu studieren, hielt er sich dabei immer offen. Und bei der nächstbesten Gelegenheit ergriff er die vielleicht letzte Chance und wechselte von der Wissenschaft in den Trainerberuf.

Zusätzliche Motivation waren neben der Radsportbegeisterung bereits erste Erfolge: So führte der damals 30-Jährige seinen Schützling Jan Gloßmann 1982 zum Junioren-Weltmeistertitel im Straßenvierer. Seither war Gatzke für den Juniorenbereich verantwortlich. "Ruhig, sachlich, analytisch", beschreibt ihn RSC-Geschäftsführer Axel Viertler. "Was er sich ausdenkt, das funktioniert - auch wenn manchmal eine Doktorarbeit daraus wird."

Von der trainingsmethodischen Fachkenntnis von Rainer Gatzke haben inzwischen Generationen junger Cottbuser Radsportler profitiert. Gerade gewann Leon Rohde bei der Junioren-EM in Portugal Bronze mit dem Bahnvierer. Und auch Weltklasse-Fahrerin Trixi Worrack arbeitet mit ihm zusammen. Sein großer Traum ging zumindest für die einstigen Gatzke-Schützlinge Ronny Scholz oder Heinrich Haussler in Erfüllung: Sie fuhren als Profis Tour de France.